Mit Kinderaugen gesehen

Mitbestimmung Konferenz im Rathaus mit Schülern der 5. und 7. Klasse

Die in der vergangenen Woche gestartete 6. Kinder- und Jugendkonferenz ging gestern im Rathaus in die zweite Runde. Nachdem sich zum Auftakt die Klassenstufen 8 bis 12 über Schwerpunkte wie Schulsozialarbeiter oder eine zielgerichtete Berufsorientierung austauschten, durften gestern Schüler der Klassenstufen 5 bis 7 ihrer Meinung gehört verschaffen. "Sie erarbeiten in Workshops Ideen zu Themen wie Rechte auf Bildung und Mitbestimmung, Beteiligung an Freizeit und kulturellem Leben und das Recht auf Gesundheit", erklärte Karin Genkel, Kinderbeauftragte der Stadt und Initiatorin der Konferenz. Die Workshops werden von Schülern des Kreisschülerrates geleitet und von Sachkundigen aus den jeweiligen Themengebieten begleitet. "Ich war von der Idee einer Kinderkonferenz von Anfang an begeistert, weil uns die jungen Menschen einen vollkommen anderen Blick auf verschiedenste Themen mitgeben können", so CVAG-Sprecher Stefan Tschök, der gestern im Workshop "Schulwege" als Experte anwesend war. Wir als Entscheidungsträger sind manchmal zu sehr in unserem beruflichen Netz eingespannt. Ob die Vorschläge unserer größten Nutzergruppe am Ende finanzierbar und organisatorisch umsetzbar sind, ist eine andere Frage." Es sei wichtig, dem Nachwuchs die Gründe für Entscheidungen aufzuzeigen. Genau aus diesem Grund sind die Akteure aus den themenrelevanten Gebieten als Unterstützer vor Ort, sagt Stadtrat Detlef Müller. "In erster Linie wollen wir den Jungpolitikern natürlich ein offenes Ohr bieten und ihre Meinungen ernst nehmen. Auf der anderen Seite ist es wichtig, ihnen zu erklären, wie sie auf Entscheidungen Einfluss nehmen können und welche Wege sie gehen müssen." Carolin Wolf und Luise Neubert vom Johannes-Keppler-Gymnasium wollten vor allem zum Thema Lehrerstreik und Unterrichtsausfall ihre Meinung vertreten: "Die Unsicherheit über die künftige Besetzung offener Stellen stört am Ende das Lernverhältnis. Wir wollen herausfinden, inwieweit wir darüber mitbestimmen können."