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Mode aus Chemnitz mit hervorragender Ökobilanz

Handwerk Die Pelz-Branche im Wandel - Das Bio-Siegel des Pelzhandwerks

Langlebige und hochwertige Kleidung, die nachhaltig, ressourcenschonend und nach höchsten ökologischen Standards hergestellt wird - wer an dieser Stelle an Pelzmode denkt, bildet wahrscheinlich die Ausnahme. Kaum verwunderlich, ist die Branche in der Vergangenheit doch allzu oft in die Tierquäler-Ecke abgestellt worden.

"Dabei sollte Pelz mit Stolz getragen werden. Es ist ein wahnsinnig vielfältiger Rohstoff der Natur, ohne dass bei Entstehung oder Gebrauch die Umwelt belastet wird. Das kann man von Pullovern, die dreimal um die Erde geschifft und anschließend für zehn Euro verkauft werden, nicht behaupten", sagt Richard Förster. Der Obermeister der Mitteldeutschen Kürschner-Innung lud gestern anlässlich des "We-prefur-Tages" zur Aufklärung in die Räume des Chemnitzer Pelzateliers Ahlefeld Design ein.

Das Bio-Siegel des Pelzhandwerks

Das vom deutschen Kürschner-Handwerk in Zusammenarbeit mit dem Jagdverband entwickelte Label "We prefur" stehe seit vier Jahren für lückenlose Nachvollziehbarkeit. Förster: "Das ist vergleichbar mit dem Fleischer, der Ihnen genau sagen kann, auf welcher Wiese das Rind gestern noch stand. Es ist sozusagen das Bio-Siegel des Pelzhandwerks."

Das Material stamme vorwiegend von invasiven Wildtieren wie Rotfuchs, Waschbär oder Bisam, die bei der waidgerechten Jagd erlegt werden, ergänzt Charles Ahlefeld, der die Branche seit 51 Jahren kennt. "Pelz hat nichts mehr mit dem schweren Mantel von der Oma zu tun. Die Branche ist im Wandel, heute wird viel mit Stoffen, Färbungen und Leder gearbeitet - natürlich immer an Modetrends und Kundenwünsche angepasst. Auch Upcycling ist mittlerweile ein riesen Thema." Es sei ein lebendiges Handwerk, das händeringend Nachwuchs mit einem Faible für Mode, Farben und Kreativität sucht.



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