Momentaufnahmen aus 50 Jahren

Ausstellung Bildreporter Wolfgang Thieme zeigt Retrospektive im Schloßbergmuseum

Ob bewusst oder unbewusst, ein Foto von Wolfgang Thieme hat sicher jeder Chemnitzer schon gesehen. Seit 50 Jahren war und ist der 74-Jährige nun schon als Bildreporter weltweit tätig, hat von 1964 bis 1967 für die Freie Presse, später für die DDR-Agentur Zentralbild gearbeitet. Nach der Wende war er für die Morgenpost, die dpa-Agentur Zentralbild und schließlich bis heute freiberuflich tätig. Seine Arbeit führte Thieme dabei um die ganze Welt. Entsprechend vielgestaltig zeigt sich auch die Ausstellung "Besondere Momente - Eine Retrospektive", die am Sonntag um 11 Uhr im Schloßbergmuseum eröffnet wird. Sie präsentiert Motive von Olympischen Spielen, aus Indien, China und den USA, aber auch aus dem Erzgebirge oder Chemnitz. Thieme erklomm dafür Orte vom 300 Meter hohen Grand Canyon bis zum 300 Meter hohen Schornstein des hiesigen Heizkraftwerkes. Schoss Porträts, Landschaften, Zeitdokumente, analog, schwarz/weiß, farbig, digital. Lange habe er sich gegen die Digitalisierung gesträubt, sagt er, doch wünsche er sich inzwischen manchmal, bereits vor 40 Jahren die aktuellen technischen Möglichkeiten gehabt zu haben. Allerdings habe sich auch der Wert der Bilder gewandelt. Ein Motiv wie das des in der Flut von Pockau 1999 weggespülten Autos mache die Bevölkerung heute mit ihren Handys, für ihn war es damals eine Aufgabe, als Reporter dorthin zu gelangen und ein Foto zu schießen. Als Aufgabe sieht es auch Uwe Fiedler, Leiter des Schlossbergmuseums, solche Bilder der Nachwelt zu erhalten. Ein Teil von Wolfgang Thiemes Fotos soll deshalb ins Archiv des Museums wandern. Zuvor können sich Besucher bis 15. November allerdings erst einmal selbst ein Bild machen.