Musik "Made in Chemnitz"

Ausstellung Neue Schau im Industriemuseum zeigt ein besonderes Instrument

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Museumsleiter Dr. Oliver Brehm mit einer Konzertina. Foto: Industriemuseum/Dirk Hanus

Wenn am 1. Juni im Industriemuseum Chemnitz die neue Sonderausstellung "Das Herz von Chemnitz - 220 Jahre Industriekultur" eröffnet wird, dann können sich die Besucher auf eine spannende Zeitreise freuen. Das Herz der Ausstellung, die bis Anfang November zu sehen ist, sind 13 Beispiele der Chemnitzer Industriegeschichte unter dem Motto "Made in Chemnitz".

Chemnitz kann nicht nur Maschinen bauen

Zur Industriegeschichte gehört aber auch die Musik. Genauer gesagt: Der Instrumentenbau. "Mit einem besonderen Exponat wollen wir zeigen, dass in Chemnitz nicht nur schwere Maschinen gebaut wurden, sondern auch schöne", kündigt Kurator Jürgen Kabus an. Er spricht von der Konzertina, einer speziellen, sächsischen Form der Ziehharmonika. Sie wurde in den 1830er Jahren von dem Chemnitzer Instrumentenbauer und -händler Carl Friedrich Uhlig entwickelt. Aus der Grundform entstanden verschiedene Varianten, darunter eine, die unter dem Namen Bandonion bekannt wurde und ab Anfang des 20. Jahrhunderts als Stimme des argentinischen Tango internationale Bedeutung erlangte. "Es gibt praktisch keinen Tango ohne Konzertina. Chemnitz trägt damit zum musikalischen Erbe bei", so Jürgen Kabus.

Bedeutenste Hersteller waren Chemnitzer

In der hiesigen Region, in Teilen Bayerns und im westdeutschen Ruhrgebiet waren Konzertinas/Bandonions bis zum Zweiten Weltkrieg die bevorzugt gespielten Zieharmonika-Instrumente, es gab zahlreiche Vereine, Orchester und Einzelspieler. "Alle bedeutenden Hersteller hatten ihren Sitz in der Region Chemnitz, darunter die auf den Erfinder zurückgehende Firma Lange-Uhlig in Chemnitz", informiert Jürgen Kabus.