Nach dem Abstieg: Dort kicken die CFC-Akteure heute!

FUSSBALL CFC-Abgänge: Von 2. Liga bis vereinlos

Nach dem denkbar knappen Abstieg in die Regionalliga-Nordost stand dem Chemnitzer FC erneut ein großer personeller Umbruch bevor. So verließen im Sommer insgesamt 21 Kicker plus der Trainer die Himmelblauen. Den höchsten Sprung schaffte dabei Tarsis Bonga, der vom Zweitligisten VfL Bochum unter Vertrag genommen wurde.

Der 23-Jährige kam beim Tabellensechsten allerdings nur zu drei Kurzeinsätzen. In der ersten Runde des DFB-Pokals durfte der Offensivspieler beim 3:0-Erfolg gegen den FV Engers 07 18 Minuten spielen. Noah Awuku kehrte nach seiner Leihe zum KSV Holstein Kiel zurück und zog sich dort eine schwere Verletzung zu. Ein Achillessehnenriss zwingt den 20-Jährigen zu einer mehrmonatigen Pause.

Leistungsträger bleiben 3. Liga treu

Die himmelblaue Internetpräsenz "CFC-Fanpage" führte nach der Spielzeit 2019/2020 unter den CFC-Fans eine Spielerumfrage durch. Diese gewann Toptorjäger Philipp Hosiner. Dieser stellt seinen Torriecher nun bei der SG Dynamo Dresden unter Beweis. Der 31-Jährige erzielte in neun Einsätzen drei Treffer. Der erste des Österreichers war das siegbringende 1:0 zum Auswärtssieg beim VfB Lübeck.

Auf dem dritten Platz der Fanumfrage landete - hinter Jakub Jakubov, welcher seinen Vertrag bekanntermaßen beim CFC verlängerte - Rafael Garcia, der in seiner Premierensaison in der 3. Liga mit fünf Toren und sieben Vorlagen für Furore sorgte. Von den Qualitäten des 27-Jährigen konnte sich der ehemalige CFC-Fußballlehrer Patrick Glöckner selbst ein Bild machen und nahm Garcia gleich mit zum SV Waldhof Mannheim.

Am zehnten Spieltag platze bei Garcia gegen den FC Ingolstadt der Knoten. Beim 4:1-Heimsieg erzielte er sein erstes Saisontor, zudem bereitete er zum ersten Mal einen Treffer vor. Glöckner lässt - wie schon beim CFC auch - attraktiven Fußball spielen. Mit 19 Toren stellt der Waldhof die zweitbeste Offensive der Liga, jedoch mit 15 Gegentoren eine dezent schwache Defensive.

Erik Tallig, der auf dem vierten Platz der Fanumfrage landete, trägt seit Sommer das himmelblaue Trikot des TSV 1860 München mit der Rückennummer 8 - und das ziemlich erfolgreich. An neun von zehn Spieltagen stand der Youngster in der Startformation. Zum ersten Heimspiel am zweiten Spieltag traf der 20-Jährige gegen den 1. FC Magdeburg sehenswert. Auch gegen das zweite Team aus Sachsen-Anhalt, den Halleschen FC, steuerte der Sachse im "Gründwalder Stadion" ein Tor bei.

Darüber hinaus hat Tallig in der noch jungen Saison den ersten Titel mit seinem neuen Verein geholt. Im Finale des Bayerischen Landespokals setzten sich die Löwen gegen die Würzburger Kickers im Elfmeterschießen durch. Tallig trat als zweiter Schütze an und verwandelte.

Dejan Bozic zog es in den hohen Norden. Gleich im ersten Spiel traf der 1,94 große Stürmer für den SV Meppen. Danach warf den 27-Jährigen eine Verletzung zurück. Ein zweites Tor oder die erste Vorlage sind bis zum zehnten Spieltag nicht dazu gekommen. Sören Reddemann schloss sich dem Halleschen FC an. Beim HFC absolvierte der 24-Jährige acht der zehn Spiele als Innenverteidiger über die volle Distanz.

Wechsel unter Viertligisten

Matti Langer und Maximilian Oesterhelweg sind die einzigen beiden Kicker, die in der Regionalliga-Nordost spielen. Beide kamen beim FC Carl-Zeiss Jena unter und standen am zehnten Spieltag in der Startformationen, als der CFC im Ernst-Abbe-Sportfeld zu Gast war. Das Duell ging letztlich verdient an die Thüringer, welche den 0:1-Pausenrückstand noch zu ihren Gunsten drehen konnten.

Oesterhelweg spielt eine sehr starke Serie und zählt mit fünf Toren und sechs Vorlagen in 13 Spielen zu den Top-Scorern der Liga. Langer wiederum plagte sich mit kleineren Verletzungen herum. Nach dem Auftaktstpiel gegen den SV Babelsberg fiel der 30-Jährige aufgrund muskulärer Probleme mehrere Wochen aus. Nach vier Einsätzen zog er sich dann eine Zehenverletzung zu.

Vier ehemalige Himmelblaue sind bei zwei schwarz-gelben Vereinen in der Regionalliga-West untergekommen. Die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund mischt mit Lennard Maloney und Florian Krebs die Liga auf und steht - mit zwei Spielen weniger, und das bei nur zwei Punkten Rückstand - auf dem zweiten Platz. Die beiden 21-Jährigen kamen in neun der zehn Spiele zum Einsatz. Joshua Mroß stand bei allen acht Spielen der Alemannia aus Aachen zwischen den Pfosten. Der 24-Jährige kassierte dabei nur fünf Gegentore, viermal hielt er seinen Kasten sauber. Nils Blumberg kam ebenfalls beim Traditonsverein aus der Kaiserstadt unter und zählt dort ebenfalls zum Stammpersonal. In acht Spielen gelang dem 23-Jährigen ein Treffer.

Sandro Sirigu zog es zur SG Sonnenhof-Großaspach in die Regionalliga-Südwest, wo der 32-Jährige in der noch jungen Saison mit mehrenen Verletzungen zu kämpfen hatte. Aus diesem Grund stehen auch nur fünf Saisonspiele zu Buche. In denen bereitete der Rechtsverteidiger jedoch schon zwei Tore vor. Davud Tuma nahm - wie auch schon beim CFC - ein Angebot von Thomas Sobotzik, in dem Fall des Geschäftsführers der Offenbacher Kickers, an. Der 24-Jährige blieb in den neun Spielen, in denen er eine Vorlage gab sowie einen Platzverweis kassierte, weit hinter den Erwartungen zurück.

Am achten Spieltag der Regionalliga-Nord trafen der FC Oberneuland und der SV Atlas Delmenhorst aufeinander - und damit zwei ehemalige Innenverteidiger der Himmelblauen. Clemens Schoppenhauer ist in der Innenverteidigung des FCO gesetzt und stand entsprechend in allen zehn Spielen - und das sechsmal sogar als Kapitän - von Beginn an auf dem Platz. Kostadin Velkov kickt seit Sommer für den FCA und hat dort ebenfalls seinen Stammplatz in der Innenverteidigung gefunden. Das angesprochene Duell ging mit 1:0 an das Team aus dem Bremer Stadtteil Oberneuland. Sönke Günther ist auch bei einem Viertligisten in der Nordstaffel untergekommen. Der 19-Jährige Schlussmann wechselte zur zweiten Mannschaft des Hamburger SV, ist dort bis dato aber noch ohne Einsatz.

Einmal Ausland, zweimal vereinslos

Philipp Sturm zog es wieder in seine österreische Heimat und dort erhielt er beim TSV Hartberg einen Vertrag. Für den Bundesligisten absolvierte der 21-Jährige zu Saisonbeginn ein Spiel im ÖFB-Cup sowie zwei in der Liga. Anschließend stand er verletzungsbedingt nicht mehr im Kader. Mit Pascal Itter und Daniel Bohl sind zwei ehemalige Leistungsträger des CFC überraschenderweise vereinslos. Itter wurde vor einigen Wochen mit dem 1. FC Kaiserslautern in Verbindung gebracht. Bohl hält sich derweil fit und trainierte erst beim FK Pirmasens mit, später dann beim FC 08 Homburg. Ein Kontrakt ist aber mit keinem der beiden Regionalligisten aus dem Südwesten Stand jetzt zustande gekommen.