Nach dem Frust: Regionalbahn rollt wieder

Verkehr Weniger Sitzplätze und Zugausfall wegen defekter Regionalbahnen

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Defekte Regionalbahnen sorgen derzeit für Frust bei Fahrgästen. Foto: Andreas Seidel

Erst vor gut einem halben Jahr mussten die Fahrgäste Einschränkungen hinnehmen - zwei Drittel der 29 Alstom-Züge, die bei der Mitteldeutschen Regiobahn im Einsatz sind, hatten Schäden an den Rädern und fielen aus.

Jetzt wurde ein ungewöhnlich hoher Verschleiß an den Spurkränzen - sie sorgen dafür, dass die Züge auf der Schiene bleiben - festgestellt. Seit Wochen fehlen nun die "Silberpfeile", wie die Alstom-Züge umgangssprachlich genannt werden, auf den Strecken zwischen Dresden und Hof sowie zwischen Chemnitz und Elsterwerda.

Ursache könnten die Schienenschleifarbeiten sein

Gestrichen wurden zum Beispiel die Verdichterzüge von Dresden nach Zwickau - das sind sechs Regionalbahnen am Tag. In einer fuhr die Chemnitzerin Marina Brand regelmäßig mit. "Es ist eine Frechheit, was einem hier zugemutet wird", sagte sie gestern. Die Seniorin kann nicht verstehen, wie so moderne Züge binnen kürzester Zeit einen derartigen Verschließ aufweisen, dass sie aus dem Verkehr gezogen werden müssen.

Als Grund für den Verschleiß sieht der Hersteller der Züge Schienenschleifarbeiten der Bahn. Alstom prüfe jetzt den Einfluss der durchgeführten Wartungsarbeiten an den Gleisen, informierte Pressesprecherin Tanja Kampa.

Solche Probleme sollen künftig vermieden werden

Nach Angaben der Mitteldeutschen Regiobahn werden die Verdichterzüge der Linie RB 30 zwischen Chemnitz und Zwickau ab dem heutigen Mittwoch wieder eingesetzt.

"Der Hersteller und Instandhalter Alstom ist wiederholt von uns aufgefordert worden, sowohl umgehend wieder die vertraglich vereinbarte Anzahl an Fahrzeugen bereitzustellen als auch ihre Planung der Instandhaltung so zu optimieren, dass derartige Probleme zukünftig nicht mehr auftreten und dauerhaft ein zuverlässiger und vertragskonformer Zustand gewährleistet ist", sagte gestern Jeannette Kiesinger, Pressesprecherin vom Verkehrsverbund Mittelsachsen.