Nach über 25 Jahren: Traditionsautohaus in Chemnitz meldet Insolvenz an

Amtsgericht Chemnitz ordnet für Autohaus Pichel Insolvenzverfahren an – Betrieb läuft weiter

Chemnitz

Das traditionsreiche Autohaus Pichel GmbH in Chemnitz hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Chemnitz ordnete am 24. Februar 2026 ein vorläufiges Insolvenzverfahren über das Vermögen des Unternehmens an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Frank-Rüdiger Scheffler von der Kanzlei Tiefenbacher Insolvenzverwaltung | Restrukturierung bestellt.

Für Kundinnen und Kunden gibt es jedoch eine wichtige Nachricht: Der Geschäftsbetrieb läuft weiter.

Cyberangriff verschärfte wirtschaftliche Lage

Wie aus Unternehmensangaben hervorgeht, war das Autohaus bereits zuvor mit schwierigen Rahmenbedingungen in der Automobilbranche konfrontiert. Steigende Kosten, zurückhaltende Kaufentscheidungen und strukturelle Veränderungen im Markt hätten die wirtschaftliche Situation zunehmend belastet.

Zusätzlich traf Anfang Dezember 2025 ein gezielter Cyberangriff das Unternehmen schwer.

Die gesamte EDV-Struktur wurde massiv beeinträchtigt, was zu einem nahezu zweimonatigen Arbeitsausfall führte. In einer Phase ohnehin angespannter Lage habe dies die Situation weiter verschärft.

35 Mitarbeiter weiter beschäftigt

Trotz des laufenden Insolvenzverfahrens wird der Betrieb mit allen 35 Beschäftigten uneingeschränkt fortgeführt.

„Kunden können insbesondere den Service und die Werkstattleistungen vollumfänglich und wie gewohnt in Anspruch nehmen“, erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Scheffler. Auch Reparaturen, Wartungen und sonstige Serviceleistungen laufen regulär weiter.

Beim Fahrzeugverkauf werden derzeit die Rahmenbedingungen geprüft und geklärt.

Sanierungsoptionen werden geprüft

Ziel des vorläufigen Insolvenzverfahrens ist es, die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren und tragfähige Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Nach Angaben des Insolvenzverwalters werden aktuell verschiedene Sanierungsoptionen geprüft.

Die wesentlichen Stakeholder stünden hinter dem Unternehmen. Das könne eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige Restrukturierung sein.

Geschäftsführung dankt Belegschaft

Die beiden Geschäftsführer Christina Pichel-Künstler und Jürgen Künstler betonen die Bedeutung des Teams in der aktuellen Situation.

Man danke den Mitarbeitern ausdrücklich für ihr langjähriges Engagement, ihre Fachkompetenz und ihre Loyalität. Gerade in schwierigen Zeiten sei der tägliche Einsatz für die Kunden und die Verbundenheit mit dem Autohaus ein entscheidender Rückhalt.

Autohaus seit 2000 in Chemnitz präsent

Das Autohaus Pichel wurde im Jahr 2000 gegründet und hat seinen Sitz in Chemnitz. Das Unternehmen ist unter anderem Vertragshändler für Ford sowie MG und bietet neben dem Verkauf von Neu- und Gebrauchtwagen auch Serviceleistungen wie Wartung, Finanzierung und Inzahlungnahme an.

Zu den Kunden zählen sowohl Privatpersonen als auch Gewerbetreibende aus der Region.

Wie sich das Verfahren weiterentwickelt und welche Sanierungslösung am Ende steht, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Für die Kundschaft gilt zunächst: Werkstatt und Service bleiben erreichbar.

Autohaus Pichel GmbH-Hartmannsdorf nicht betroffen

Die Autohaus Pichel GmbH-Hartmannsdorf mit ihren vier Standorten in Hartmannsdorf, Mittweida, Burgstädt und Mitsubishi Chemnitz ist von dieser Insolvenz nicht betroffen.

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