Nach Witterungsextremen: "Zustand besorgniserregend"

Umwelt Witterungsextreme haben Wald 2018 enorm zugesetzt

"Wir erleben in diesem Jahr die verheerendsten Waldschäden in Sachsen seit der Wiedervereinigung." Dieses Fazit zog Umweltminister Thomas Schmidt diese Woche bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2018. "Erst fielen den starken Winterstürmen 'Herwart' und 'Friederike' rund 2,5 Millionen Kubikmeter Schadholz zum Opfer. Danach musste der sächsische Wald lange Hitzephasen ertragen." Die großen Mengen Wurf- und Bruchholz sowie die durch lang anhaltende Trockenheit geschwächten Bäume hätten ideale Bedingungen für eine massive Vermehrung der Borkenkäfer geboten. Allein deren wichtigster Vertreter, der Buchdrucker, habe im Jahr 2018 bei den Fichten zu mehr als einer halben Million Kubikmeter Schadholz geführt.

Schmidt: Umbau der Wälder sei dringend

Landesforstpräsident Hubert Braun: "Waldschäden durch Borkenkäfer werden uns auch im kommenden Jahr intensiv begleiten. Sollten die Niederschläge im Frühjahr und Sommer wieder ausbleiben, drohen sogar noch größere Schäden als in diesem Jahr." Wichtig sei jetzt, weitere Schäden möglichst zu minimieren. "Um die Vermehrung der Borkenkäfer zu stoppen, müssen alle befallenen Bäume während des Winterhalbjahres aufgefunden, eingeschlagen und aus dem Wald abtransportiert werden", benannte Schmidt die nächsten Aufgaben. Mit der Beseitigung der Schäden sei es aber nicht getan.

"Die Geschehnisse dieses Jahres zeigen, wie dringend der Umbau unserer Wälder ist", zeigte Schmidt die Herausforderung der nächsten Jahre auf. "Zur Anpassung an den Klimawandel, an häufigere und stärkere Stürme, an größere Hitzephasen und längere Trockenperioden müssen wir rechtzeitig stabile, arten- und strukturreiche, leistungsfähige Mischwälder aufbauen. Nur so können wir unseren nachfolgenden Generationen einen Wald hinterlassen, der ihnen die gleichen Ökosystemleistungen wie uns heute bietet", so Schmidt abschließend.