Nachhaltige Erholung im Urlaub: Warum das Handy besser aus bleibt

Psychologin der Dekra Chemnitz weiß, wie Erholung im Urlaub nachhaltig gelingt

Chemnitz

Die Sachsen sind im Ferienmodus. Während die ersten Chemnitzer jetzt schon wieder aus dem Urlaub zurückkehren und sich fragen, wie sie den Erholungseffekt möglichst lange erhalten, starten die anderen jetzt erst in die schönste Zeit des Jahres.

Auf den Moment konzentrieren

Aber wie gelingt Erholung im Urlaub am besten? Anna Dora Merkel, Psychologin in der Dekra-Niederlassung Chemnitz, hat darauf eine klare Antwort. „Am besten legt man gleich am ersten Urlaubstag das Handy weg“, sagt sie. Und dabei meint die 28-Jährige nicht nur das Diensthandy, sondern auch die private Nutzung. „Studien zeigen, dass ständige Erreichbarkeit und das Lesen beruflicher E-Mails in der Urlaubszeit die Erholung beeinträchtigen“, sagt sie. Auch private Handys sollten nach Möglichkeit im Urlaub nur für das Telefonieren genutzt werden. „Das ständige Scrollen durch die Weltnachrichten und das Vergleichen mit anderen in den sozialen Medien sind purer Stress für das Gehirn“, sagt die Psychologin.

Gerade im Urlaub sei es wichtig, sich bewusst auf den Moment zu konzentrieren und Erlebnisse intensiv wahrzunehmen. „Das ist entscheidend, denn auch der schönste Urlaub geht irgendwann zu Ende – und dann gilt es, den Erholungseffekt möglichst lange zu erhalten.“

Bewusste Auszeiten nehmen

Ihrer Einschätzung wird es immer wichtiger, sich diese kleinen Auszeiten ganz bewusst zu nehmen. Das gesellschaftliche Klima sei rauer geworden, der Druck auf die Arbeitnehmer in den Unternehmen wachse stetig. „Alle Prozesse müssen immer schneller gehen, dazu kommen die negativen Auswirkungen der sozialen Medien“, sagt Anna Dora Merkel.

Die Folge: Seit Jahren steigt die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen der Beschäftigten. Viele Unternehmen hätten inzwischen erkannt, dass sie dagegen etwas tun müssen. Sie buchen Anna Dora Merkel immer öfter für Seminare.

Einzelberatung und Blick eines Außenstehenden

Darüber hinaus bietet sie auch Einzelberatungen. „Ich bin keine Psychotherapeutin und verweise bei Bedarf an die die entsprechenden Fachkolleginnen und Fachkollegen. Mitunter reicht aber auch einfach der Blick eines Außenstehenden, um für sich selbst eine Situation richtig einschätzen zu können“, sagt sie. Im Klartext: Der Blick von außen lässt manche Probleme, die übermächtig erscheinen, mitunter ganz schnell zusammenschmelzen.

Hier ist der Entspannungseffekt am größten

Wenn es darum geht, Erholungseffekte aus dem Urlaub im Alltag möglichst lange zu erhalten, sei Wiederholung das Schlagwort. „Egal, ob Tennis, Tauchen oder Gitarre spielen – der Entspannungseffekt im Urlaub ist dann am größten, wenn man etwas Neues ausprobiert“, weiß Anna Dora Merkel. Nach Möglichkeit sollte man ein im Urlaub neu begonnenes Hobby dann auch im Alltag fortsetzen – am besten in einer Gruppe von Gleichgesinnten, die einen motivieren.

Das Fotoalbum hat noch nicht ausgedient

Aber auch diejenigen, die mit Sport gar nix am Hut haben, können die positiven Effekte der Ferienzeit möglichst lange konservieren. „Es hilft ungemein, sich nach dem Urlaub immer wieder die schönen Dinge, die man erlebt hat, ins Gedächtnis zu rufen“, sagt sie.

Selbstverständlich sollte auch dann der Griff nicht zuerst zu den Fotos auf dem Handy gehen. Ihrer Meinung nach hat das gute alte Fotoalbum noch lange nicht ausgedient und vielleicht ist der Sommerurlaub 2026 eine gute Möglichkeit, wieder einmal eine analoge Bildersammlung zu beginnen.

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