,,Nahbar und sympathisch“: Wie ein einstiger Fernseh-Millionär Chemnitz mit Psychologie verzaubert

Psychologie auf der Bühne und eine Achterbahn der Gefühle

Chemnitz

Komplexe wissenschaftliche Themen so runterbrechen, dass die Allgemeinheit sie versteht und sich bestenfalls in ihnen wiederfindet. Das ist das Talent von Leon Windscheid. Wissenschaftskommunikation und Psychologie auf der Bühne - so nennt er das, was er in seinem aktuellen Programm „Alles Perfekt“ macht. Am Samstag war der Psychologe, Autor, Moderator und Unternehmer mit seinem Programm in einer fast ausverkauften Chemnitzer Stadthalle. Das erste Mal in der Stadt überhaupt, war er überwältigt vom Publikum. „Ich werde definitiv wiederkommen“, versprach der 37-Jährige den Gästen. Die waren durchweg gemischt von Alter und Geschlecht.

Mediale Aufmerksamkeit

Leon Windscheid wuchs in Solingen auf. Nach dem Abitur studierte er Psychologie, von 2015 bis 2017 promovierte er im Bereich der Wirtschaftswissenschaften zu Geschlechtervielfalt in Unternehmen und Frauen in höchsten Führungspositionen. Große mediale Aufmerksamkeit erreichte Windscheid, als er 2015 bei der TV-Show „Wer wird Millionär?“ die Million gewann. 2018 startete Windscheids erstes Bühnenprogramm „Altes Hirn, neue Welt – Psychologie live“. Seitdem tourt er durch die Lande, ist aber auch durch Podcasts, wie den mit Atze Schröder „Betreutes Fühlen“ bekannt.

,,Alles Perfekt“ in Chemnitz

In Chemnitz hieß es nun „Alles Perfekt“. Schnell machte er klar, dass Perfektion in einer Welt des „Höher, Schneller, Weiter“ zwar von vielen angestrebt werde - es aber unerreichbar sei. In Live-Experimenten, in denen er das Publikum einbezog, mit Comedy-Einlagen, aber auch durch stille Momente wollte er für Perspektivwechsel sorgen. So zeigte er zum Beispiel anschaulich, dass insgesamt 128 Milliarden Nervenzellen im Kopf ein Netzwerk bilden. „Ein einfaches Update für‘s Gehirn, dass es besser läuft, gibt‘s also nicht“, so Windscheid. Was aber möglich sei, sei eine Änderung der Einstellung zu Dingen, die im Leben passieren. Stichwort: Gut Genug-Baum. Statt sich zu fragen, was gerade alles nicht geht oder man nicht besitzt, sollte man öfter schauen, was man hat und was gut läuft.

Stimmen der Gäste

Zu den Gästen des Abends gehörte Anna-Sophia Joura. Sie interessiert sich generell für Themen der mentalen Gesundheit und wie das zwischenmenschliche Zusammensein funktioniert. Das erste Mal mit Leon Windscheids Arbeit in Kontakt gekommen sei sie zufällig vor ein paar Jahren über die Podcastfolge „Das verpasste Leben“. Seitdem verfolge die 30-Jährige den Podcast mit Atze Schröder „Betreutes Fühlen“. „Einfach für jeden total empfehlenswert“, findet die Chemnitzerin. Windscheid schaffe es ihrer Meinung nach, wissenschaftliche Inhalte in eine verständliche und niedrigschwellige Form zu übertragen. „Und dabei ist er nahbar und sympathisch!“, so Anna-Sophia Joura. Sie nutzte vor der Show die Möglichkeit eines persönlichen Kennenlernens durch ein Karten-Upgrade. Auch dabei wurde ihr Eindruck eines sympathischen Leon Windscheids bestätigt. Am 20. November kommt er erneut in die Region, in die Stadthalle Zwickau.

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