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Sachsen

Naturkundemuseum wird Kultur-Landeplatz

Reihe "Der fliegende Sessel" sendet Video-Lesungen aus Orten, die derzeit nicht zugänglich sind

Seit 2014 gibt es an der TU das Format "Der fliegende Sessel" - eine offene Lesebühne des Instituts für Germanistik und Interkulturelle Kommunikation. Seit Herbst 2020 gehört die Lesebühne auch zu den Mikroprojekten im Rahmen der Bewerbung der Stadt Chemnitz zur europäischen Kulturhauptstadt 2025. "Solange coronabedingt viele sonst offene Leseorte geschlossen bleiben, ändert unser fliegender Sessel vorübergehend seinen Kurs und ermöglicht anstelle von offenen Lesungen in offenen Häusern nun offene Lesungen in geschlossenen Häusern", berichtet Coretta Storz, Hauptinitiatorin der Lesereihe.

Die neu konzipierten "fliegenden Lesungen" können nun als Video-Podcast online angesehen werden. Der erste geschlossene Landeplatz ist das Museum für Naturkunde. Die Ausstellung "Chemnitzer Perspektiven", die Luftaufnahmen von Chemnitz vor 100 Jahren und heute zeigt, ist Drehort der ersten Videolesungen.

"Bei den Filmaufnahmen, die im Dezember begonnen haben, wird penibel auf Hygieneregeln geachtet", berichtet Kameramann Hanocheng Lou, Masterstudent im Studiengang Interkulturelle Kommunikation: "Die Lesenden begegnen sich nicht, die Interviews werden mit großen Abständen und mit Mundschutz durchgeführt. Bei den Lesungen ohne Mund-Nase-Bedeckung haben wir Stative für Nahaufnahmen im Einsatz, um die Abstände zu wahren." Das Thema der ersten fliegenden Lesungen lautet "Perspektivwechsel". Insgesamt stehen hier vier "fliegende Lesungen" im Programm - alle mit selbstgeschriebenen Texten von Chemnitzer Autoren.

Die ersten drei Lesungen sind bereits auf dem YouTube-Kanal des Instituts für Germanistik und Interkulturelle Kommunikation zu sehen. Ob es weitere "Landeplätze für fliegende Lesungen" geben wird, ist noch nicht klar. "Wenn die sonst offenen Häuser weiter geschlossen bleiben und wir finanziell und personell Möglichkeiten finden für künftige Dreharbeiten, würden wir gern weiteren Texten das Fliegen beibringen und so im digitalen Raum Begegnungen zwischen Texten, Lesenden, Hörenden und Landeplätzen ermöglichen", sagt Coretta Storz.