Netzwerkpflege on- und offline

Bibliotheken Gemeinsame Veranstaltungswoche im Rahmen der Kampagne "Netzwerk Bibliothek"

Wer etwas wissen will, der "googelt" heute schnell mal. Schließlich finden sich im Netz viele brauchbare Informationen, ganz bequem mit wenigen Klicks. Auf den ersten Blick scheint es dabei paradox, dass ausgerechnet Bibliotheken ihre gedruckten Medien im Rahmen von Landesdigitalisierungsprogrammen ins Netz stellen. Elke Beer, Direktorin der Stadtbibliothek, geht noch einen Schritt weiter: "Bibliotheken sind sogar maßgebliche Akteure im Bereich der Digitalisierung, digitaler Angebote und der digitalen Teilhabe. Denn die wesentliche Dienstleistung von Bibliotheken besteht darin, allen Bürgerinnen und Bürgern - unabhängig von Einkommen, Status, Alter, Geschlecht oder Herkunft - freien Zugang zu Information, Bildung und Kultur zu gewähren und Angebote der kulturellen Bildung zu vermitteln." Dennoch habe man in der Stadtbibliothek keine Angst, dass die Generation Internet künftig nicht mehr ins Haus findet. "Wir verzeichnen natürlich eine gestiegene Nachfrage nach elektronischen Medien. Allerdings waren das im vergangenen Jahr lediglich 45.000 virtuell entliehene Medien wie E-Books bei insgesamt 1,7 Millionen Ausleihen. In diesem Jahr sind es bereits mehr als 63.000. Zudem verzeichnen wir einen weiteren Trend. Die Aufenthaltsqualität in der Bibliothek gewinnt zunehmend an Bedeutung. Sie versteht sich daher verstärkt als Lernort und sozialer Treffpunkt", erklärt Elke Beer. Auch viele Studenten entleihen nach wie vor lieber gedruckte Bücher, obwohl vor allem die Universitätsbibliotheken bei der Bereitstellung digitaler Angebote eine Vorreiterrolle einnehmen, weiß Angela Malz, Direktorin der Chemnitzer Uni-Bibliothek. "Für das gedruckte Buch nehmen sie durchaus Wartezeiten in Kauf, die sie online nicht haben."

Vier Bibliotheken,

18 Veranstaltungen

Mit dem rasanten Medienwandel, dem veränderten Kundenverhalten und dem daraus folgenden Veränderungsprozess der Bibliotheken beschäftigt sich auch die bundesweite Kampagne "Netzwerk Bibliothek" des Deutschen Bibliotheksverbandes. Im Rahmen der Kampagne setzen die Stadtbibliothek und die Universitätsbibliothek ihre Zusammenarbeit fort und laden ab dem morgigen Donnerstag gemeinsam zur Veranstaltungswoche der Chemnitzer Bibliotheken ein. Erstmals dabei sind auch die Umweltbibliothek und die Bibliothek des Sächsischen Industriemuseums. Gemeinsam laden sie bis zum 29. Oktober zu insgesamt 18 "vernetzten" Veranstaltungen ein. Los geht es am Donnerstag mit der Lesung "Couchsurfing im Iran: Meine Reise hinter verschlossenen Türen" von Stephan Orth. Gastgeber ist die Bar "Ausgleich" an der Reichenhainer Straße 55. Höhepunkt der Woche wird der "Tag des elektronischen Buches" am kommenden Donnerstag, 29. Oktober, sein. von 10 bis 20 Uhr beschäftigen sich in der Stadtbibliothek im Tiertz Vorträge, Präsentationen und Lesungen mit dem Thema elektronische Medien. Das gesamte Programm gibt es online unter stadtbibliothek-chemnitz.de.