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Sachsen

Neuankömmlinge im Tierpark Chemnitz

Tiere Beo-Pärchen ziehen in ihr neues Gehege ein

OT Rabenstein. 

OT Rabenstein. Im Tierpark Chemnitz ist ein neues Beo-Pärchen zu sehen. Mittelbeos werden hier seit einigen Jahren gehalten, eine Unterart der zu den Staren zählenden Beos. Nachdem im Februar dieses Jahres die Mittelbeo-Henne in Chemnitz verstorben war, wurde Anfang Juli der verbliebene Hahn gegen ein Pärchen aus dem Vogelpark Marlow getauscht. Das Besondere daran: Der Tausch erfolgte über ein "Dating-Center" für Beos.

Im letzten Jahr wurde der Beo von der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) zum Zootier des Jahres 2020 gewählt. Im Zuge dieser Artenschutzkampagne werden jedes Jahr verschiedene Schutzprojekte speziell für die entsprechende Tierart direkt von der ZGAP unterstützt. So wurde u.a. im Vogelpark Marlow eine Art Beo-Partnervermittlung aufgebaut, wo die Vögel die Möglichkeit bekommen, sich ihren Partner selbst auszusuchen.

Anspruchsvolle Liebhaber

Die monogam lebenden Beos sind bei der Wahl eines geeigneten Partners nämlich sehr anspruchsvoll. Das macht es selbst für erfahrene Züchter:innen und zoologische Einrichtungen schwierig, Beos nachzuzüchten. Damit sich ein harmonierendes Paar finden kann, braucht es eine größere Auswahl an Individuen. Eine entsprechende Auswahl wird durch das Beo-Dating-Center im Vogelpark Marlow ermöglicht.

Mit den dort entstandenen Paaren, die dann andere zoologische Einrichtungen weitervermittelt werden, erhofft man sich mehr Beo-Nachwuchs, damit sich die Bestände der teilweise vom Aussterben bedrohten Unterarten wieder erholen können. Vielleicht gibt es demnächst auch aus dem Tierpark Chemnitz Nachwuchs bei den Mittelbeos zu vermelden.

Tierpark Chemnitz beteiligt sich an Wiederauswilderungsprojekt

Der Vietnamfasan ist eine von vielen Raritäten im Vogelbestand des Tierparks Chemnitz. Vorwiegend in Zentral-Vietnam freilebend wird diese Art als vom Aussterben bedroht beschrieben. Da es seit 2018 keine gesicherten Daten mehr über den Bestand gibt, die Zahlen aber damals schon stark abnehmend waren, geht man mittlerweile davon aus, dass die Art in der Wildbahn ausgestorben ist. Grund dafür sind vor allem die Lebensraumzerstörung, aber auch Bejagung.

Umso erfreulicher ist es, dass die Art, die seit 2013 im Tierpark gehalten wird, seit 2015 regelmäßig für Nachwuchs sorgt - so auch dieses Jahr. Zudem beteiligt sich der Tierpark Chemnitz erfolgreich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm und vermittelt auch Tiere, die für Wiederauswilderungsprojekte vorgesehen sind. So verließ eine im letzten Jahr geschlüpfte Henne den Tierpark am 9. August in Richtung Mulhouse (Frankreich).

Von dort aus geht es weiter nach Singapur. Hier soll im Jurong-Vogelpark eine weitere Satellitenpopulation entstehen. Das bedeutet, dass die dort nachgezogenen Vietnamfasanen in geeigneten Reservaten in Vietnam wieder ausgewildert werden.

Diese Auswilderung wird vom Tierpark Chemnitz nicht nur durch die Abgabe von Tieren ermöglicht, sondern auch finanziell unterstützt. So bezahlte der Tierpark alle notwendigen tiermedizinischen Untersuchungen und den Transport des Tieres. Die Organisation und Planung einer solchen Auswilderung wird durch die European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) und die World Pheasant Association (WPA) koordiniert. Mit der Beteiligung an einem solchen Wiederauswilderungsprojekt betreibt der Tierpark Chemnitz aktiv Artenschutz - eine der Kernaufgaben zoologischer Einrichtungen.