Neue Software soll Demenzkranke unterstützen

Forschung Neues Assistenzsystem aus Chemnitz auf dem Weg aus dem Labor

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Die Professur Digital- und Schaltungstechnik der TU Chemnitz überführt derzeit die unter Laborbedingungen entwickelten technischen Ansätze zur Unterstützung demenzkranker Menschen in die Praxis. Foto: TU Chemnitz/Archiv/Hendrik Schmidt

Mit zunehmendem Lebensalter steigt auch die Wahrscheinlichkeit an Demenz zu erkranken. In Deutschland sind bereits jetzt 1,6 Millionen Menschen davon betroffen. Weltweit sind es schätzungsweise mehr als 44 Millionen Menschen. Bis zum Jahr 2050 wird die Zahl der in Deutschland demenziell erkrankten Menschen auf ungefähr 3 Millionen ansteigen.

Diesen Zahlen gegenüber steht der zunehmende Personalmangel in der Pflege. Um den Menschen ein möglichst langes Leben in häuslichem Umfeld zu ermöglichen, forschen die Elektrotechniker der TU Chemnitz seit vier Jahren an einem Smart-Sensor-Netzwerk. Dieses soll nun aus dem Labor in praxistaugliche Assistenzsysteme überführt werden.

Was kann ein System denn zur Unterstützung von Demenzkranken beitragen?

Das Forschungsprojekt "AUXILIA - Nutzerzentriertes Assistenz- und Sicherheitssystem zur Unterstützung von Menschen mit Demenz auf Basis intelligenter Verhaltensanalyse" soll demenzkranke Menschen mit folgenden Funktionen unterstützen: ein interaktiver Erinnerungs- und Mobilitätsassistent soll die Patienten zum Beispiel an die Einnahme von Medikamenten erinnern; zuverlässige Erkennung von Notsituationen und die direkte Alarmierung im Gefahrenfall; bedarfsgerechte Informationsbereitstellung für pflegende Angehörige - zum Beispiel über Internet und Smartphone; Bereitstellung von Informationen in Risikosituationen und zum allgemeinen Zustand des Patienten sowie die Bereitstellung von Informationen für professionell Pflegende und automatische Datenerfassung für das Pflegeprotokoll.

Das Netzwerk soll dabei keinesfalls menschliche Nähe ersetzen, sondern zur Unterstützung der erkrankten Menschen und den Pflegern dienen. An dem Projekt forscht die Professur Digital- und Schaltungstechnik der TU Chemnitz mit ihren Partnern, dem Klinikum Chemnitz, der Heim gGmbH in Chemnitz sowie der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement der TU Chemnitz.

Von Europa gefördert

Gefördert wird das Projekt vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Landesmitteln in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro.

Staatssekretärin Andrea Fischer sagte dazu: "Zukünftig werden uns intelligente Systeme im Alltag noch mehr unterstützen. Zu Hause bis ins hohe Alter - das ist der Wunsch vieler älter werdender Menschen. So wie heute das Navigationsgerät für Autofahrer nahezu eine Selbstverständlichkeit ist, können in einigen Jahren interaktive technische Assistenten und kontaktlose Sensoren ältere Menschen sicher in ihrem Alltag begleiten."