Neuer Kader, alter Sponsor, treue Fans: Der aktuelle Stand beim CFC

FUSSBALL Himmelblauen erlebten eine Woche mit Weichenstellungen

Die vergangene Woche war für den Chemnitzer FC erneut sehr ereignisreich - sowohl auf als auch neben den Platz machten die Himmelblauen kleine, dafür aber richtungsweisende Schritte. Mit Daniel Berlinski - ausgestattet mit der A-Lizenz - wurde Ersatz für den zum SV Waldhof Mannheim abgewanderten Patrick Glöckner gefunden. Dazu gab der Verein zwei weitere Neuverpflichtungen bekannt, außerdem konnte ein Leistungsträger der Vorsaison gehalten werden. Durch die Verlängerung der Sponsoringleistungen der Niles-Simmon-Hegenscheidt-Gruppe (NSH) erfährt die Etatplanung etwas mehr Stabilität. Auf dem Treuhandkonto, welches für Beendigung der Insolvenz eingerichtet wurde, gehen seit Eröffnung beachtliche Summen ein.

 

Himmelblauer Kader wächst

Nach der Vorstellung des neuen CFC-Trainers Daniel Berlinski am Montagvormittag fand im Anschluss direkt die erste Trainingseinheit statt - mit dabei waren auch zwei Neuzugänge: Theo Ogbidi wechselt vom 1. FC Magdeburg und Christian Bickel vom FSV Zwickau zum CFC. Mit Denny Breitfelder (ZFC Meuselwitz) und Kevin Bönisch (FC Oberlausitz-Neugersdorf) trainierten zudem zwei Probespieler mit. Mit Jakub Jakubov wurde lange verhandelt, letztlich aber erfolgreich. Der 31-Jährige hütet auch in der Regionalliga das CFC-Tor.

Derweil haben vier Kicker ihren Abschied verkündet: Philipp Hosiner geht zur SG Dynamo Dresden und Erik Tallig zum TSV 1860 München, beide bleiben damit der 3. Liga erhalten. Matti Langer wiederum schließt sich Ligakonkurrent Carl-Zeiss Jena an. Florian Krebs zieht es in die Regionalliga-West zu der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund. Trotz des aktuell geringen himmelblauen Kaders gibt sich Berlinski zuversichtlich: "Wir werden versuchen, den Kader so schnell wie möglich zu komplettieren." Und das ist auch wichtig, denn am Samstag, den 8. August, findet schon das erste Pflichtspiel statt.

Im Bruno-Plache-Stadion trifft der CFC im Halbfinale des Sachsenpokals auf International Leipzig. Davor sollen - sofern es in den Zeitplan passt - Testspiele bestritten werden.

 

 

NSH bleibt an Bord und auf der Brust

Unter der Woche verlängerte außerdem die Niles-Simmon-Hegenscheidt-Gruppe (NSH) ihr Engagement. Das Chemnitzer Traditionsunternehmen - spezialisiert auf Werkzeugmaschinenbau - tritt ebenfalls in der Regionalliga-Saison 2020/2021 als Haupt- und Brustsponsor auf. "Die Verlängerung mit der NSH-Gruppe ist ein weiteres positives Signal, um für die Zukunft planen zu können", bekräftigte Knut Müller, Aufsichtsratsvorsitzender des Chemnitzer FC.

Prof. Hans J. Naumann, geschäftsführender Gesellschafter der NSH-Gruppe, sieht im CFC "das wichtigste Bindeglied zwischen der Chemnitzer Bevölkerung, insbesondere den fußballbegeisterten Bürgern, und der Stadt". Der 85-Jährige rief dazu auf, die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Großsponsoren und dem Verein zu intensivieren, um den Profifußball schnellstmöglich wieder etablieren und erfolgreich entwickeln zu können.

Während die alten Sponsoren dem CFC die Treue halten, hält sich der Erfolg bei der Neu-Akquise in Grenzen. Bereits auf der Mitgliederversammlung im Dezember hatte Udo Pfeifer, Gesellschafter der Chemnitzer FC Fußball GmbH, ausdrücklich auf die Bedeutung hingewiesen und um Unterstützung geworben: "Wir müssen die zweite Halbserie nutzen, um weitere Sponsoren zu gewinnen." Die Vorstandsvorsitzende des Chemnitzer FC e.V., Romy Polster, verkündete mehr als ein halbes Jahr später auf einer Pressekonferenz, dass es von zwei Gesellschaftern sowie einem neuen Hauptsponsor, der bereit sei, eine sechsstellige Summe zu investieren, positive Signale gebe würde. Eine Bestätigung diesbezüglich steht allerdings noch aus.

 

Fans füllen Spendenkonto - Hälfte zur Halbzeit

Die Unterstützung der treuen CFC-Anhänger sowie externen Gönnern ist ungebrochen und überwältigend. Mittlerweile sind 245.807,09 Euro auf dem Treuhandkonto eingegangen. "Die Unterstützungsbereitschaft unserer Mitglieder und Fans beweist abermals, dass der CFC lebt und nach dem Ende der Insolvenz eine starke Zukunft vor sich haben kann", zeigt sich Romy Polster begeistert und bedankt sich bei allen Spendern. Diese sorgen mit der Versteigerung von Trikots sowie Wimpeln, Krügen, Gläsern, Tassen, Schals, Programmheften, Eintrittskarten, Leinwänden und Autogrammkarten täglich dafür, dass sich der Betrag auf dem Spendenkonto regelmäßig um mehrere tausend Euro erhöht. Die CFC-Fans planen zudem am kommenden Samstag, den 1. August, zwischen 10 und 14 Uhr die Ausrichtung eines Flohmarkts am "Stadion - An der Gellertstraße".

Auch Chemnitzer Unternehmer zeigen ihr himmelblaues Herz und engagieren sich für den Traditionsverein: Turmbrauhaus-Chef André Donath verkaufte mehrere hundert Kästen Craft-Beer und sammelte parallel dazu Spenden ein. Das Fitnessstudio "NEOGYM" und die "ModiTech Video- & Sicherheitstechnik" aus Chemnitz sowie die Textilfirma "Fanklamotte" aus Frankenberg haben auch Aktionen zugunsten des CFC gestartet.

 

Hoffnung bis zum Schluss

Bis Montag, den 10. August, müssen 450.000 Euro auf dem Treundhandkonto eingezahlt worden sein. Wenn die himmelblauen Fans, Mitglieder und Unterstützer weiterhin so fleißig spenden, kann dieser Wert fristgerecht erreicht werden und Insolvenzverwalter Klaus Siemon dazu verpflichten, einen Insolvenzplan aufzustellen. Falls es nicht gelingen sollte, möchte der Insolvenzverwalter den Chemnitzer FC abzuwickeln. Das Regionalliga-Spielrecht wäre folglich erloschen, die Spender würden aber ihr Geld zurückerstattet bekommen.