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Nicht alles wegräumen

Wort zum Sonntag von Stephan Brenner

Die Christbäume sind längst entsorgt. Die Schwibbögen, Bergmänner, Engel, Pyramiden, Krippenfiguren und Sterne verschwinden spätestens Anfang Februar in ihren Kartons. Es wird wieder nüchterner in unserer Wohnstuben. Schließlich ist Weihnachten vorbei. Doch was das Fest der Christgeburt aussagt, gilt das ganze Jahr über: Gott ist bei den Menschen. Mag sein, dass wir ihn oftmals nicht wahrnehmen und fragen, wo er denn ist. Mag sein, dass wir nicht verstehen, weshalb Gott dies und das zulässt. Mag sein, dass uns manchmal mehr nach Klage als nach Lob und Dank zumute ist. Von Weihnachten her haben wir aber die gute Nachricht, dass wir trotzdem nicht gottverlassen sind. Von Weihnachten her können wir uns immer wieder verdeutlichen, dass wir keine zufälligen Staubkörnchen im riesigen Weltall sind, sondern beim "himmlischen Vater" bekannt und von ihm als einzelne Persönlichkeiten anerkannt. Und so schlage ich vor, nicht alle Weihnachtssachen wegzupacken. Ein kleiner Engel zum Beispiel kann ruhig auf dem Fensterbrett seinen Platz behalten. Oder ein Sternchen bleibt in einem Türrahmen hängen. Indem so ein weihnachtlicher Gegenstand nicht in den Sommerschlaf geschickt wird, kann er bis zum nächsten Advent Tag für Tag daran erinnern, dass wir Menschen von Weihnachten her ... Na Sie wissen schon.

Stephan Brenner, Pfarrer