"Nicht unmöglich, aber gefährdet"

Verkehr Stadt kritisiert Stillstand bei der Bahn-Anbindung

Die Verbesserung der Anbindung der Stadt Chemnitz an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn bleibt eine Hängepartie. Bei einer Gesprächsrunde mit Landräten der Region sowie Vertretern von Kammern und Verbänden am Montag im Rathaus zeigte sich Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig enttäuscht von der Entwicklung seit Sommer dieses Jahres.

"Der Besuch von Bahn-Chef Rüdiger Grube und Ministerpräsident Stanislaw Tillich war ein Hoffnungszeichen. Aber seitdem herrscht Stillstand", so die 50-Jährige. Die damals beschlossenen Maß-nahmen seien bislang allesamt nicht umgesetzt worden. Das betreffe den Abschluss einer Planungsvereinbarung zwischen Freistaat und Deutscher Bahn ebenso wie die Aufnahme des Projektes in den nächsten Bundesverkehrswegeplan. Der sei die Grundlage dafür, dass die angestrebte, vollständige Elektrifizierung sowie der durchgängig zweigleisige Ausbau der Trasse Chemnitz-Leipzig überhaupt eine realistische Chance auf eine Umsetzung habe. "Dass wir auf der Liste landen, ist weiterhin nicht unmöglich, mittlerweile aber gefährdet", sagte Christoph Scheurer, der Verbandsvorsitzende des Verkehrsverbunds Mittelsachsens, der an dem Treffen am Montag ebenfalls teilnahm.

Da die Kommunikation mit dem zuständigen Sächsischen Wirtschaftsministerium nicht funktioniere - trotz Einladung war auch kein Vertreter im Rathaus dabei - soll sich nun Stanislaw Tillich selbst für die Umsetzung stark machen. "Wir wenden uns an Sie mit der ausdrücklichen Bitte, dass die Fernverkehrsanbindung der Industrieregion Chemnitz entsprechend Ihrer Zusagen vorangetrieben wird", heißt es in einem Brief der Initiative an den Ministerpräsidenten.