"Nie wieder!":Tag der Ermahnung und Erinnerung

GEDENKEN CFC und Fans besuchen Gedenkstätte Buchenwald.

Buchenwald/Chemnitz. 

Buchenwald/Chemnitz. Heute vor 75 Jahren befreite die "Rote Armee" 7.000 Überlebende aus dem deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz und deckte die monströsen Verbrechen, die dort von den Nationalsozialisten begangen worden sind, auf. Mehr als eine Million Juden wurden allein in Auschwitz ermordet; insgesamt verloren über sechs Millionen Juden ihr Leben in den Konzentrationslagern. Der Holocaust ist das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte und Auschwitz das Synonym dafür. So gab es am heutigen Montag viele Genkveranstaltungen, unter anderem auch im Park der Opfer des Faschismus.

Anlässlich der Befreiung des "Todeslagers Auschwitz" hielt Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, jüngst auf einer Gedenkveranstaltung vor Holocaustüberlebenden und Staatsgästen als erstes deutsches Staatsoberhaupt überhaupt in der israelitischen Gedenkstätte Yad Vashem eine Rede. In dieser bekräftigte er die "historische Verantwortung" von Deutschland: "Natürlich: Unsere Zeit ist nicht dieselbe Zeit. Es sind nicht dieselben Worte. Es sind nicht dieselben Täter. Aber es ist dasselbe Böse. Und es bleibt die eine Antwort: Nie wieder! Niemals wieder!"

Verein und Fans gedenken Buchenwald-Opfern

Der Chemnitzer FC führte - in Zusammenarbeit mit dem "AWO Fanprojekt Chemnitz" - eine Bildungsreise in das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald durch. An dieser nahmen neben zahlreichen interessierten CFC-Fans weiterhin auch Norman Loester, Mitglied des im Dezember neu gewählten Aufsichtsrates, sowie Oberstaatsanwalt a.D. Siegfried Rümmler, der dem neuen Vorstand angehört, teil. Bei einem ausführlichen Rundgang erhielten die himmelblauen Teilnehmer einen Einblick in die Geschichte des Konzentrationslagers auf dem Ettersberg und in die hier begangenen Nazi-Verbrechen. Anschließend legten Vereinsvertreter und Fans jeweils einen Kranz zu Ehren der Opfer nieder.

Zwischen Juli 1937 und April 1945 wurde Buchenwald als eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden errichtet. In diesem waren fast 280.000 Menschen aus über 50 Nationen inhaftiert, 56.000 davon wurden willkürlich getötet, starben an Hunger, durch Krankheit oder medizinischen Versuchen.

CFC plant weitere Maßnahmen

"Der Buchenwaldbesuch ist eine erste Maßnahme, mit der wir das Problembewusstsein gegenüber jedweden Extremismus, Rassismus und Antisemitismus schärfen möchten", betont Rümmler. Ein anderes geeignetes Format, um gezielt Wissen zu diesem Thema zu vermitteln, stellen Workshops dar: Bereits im vergangenen Jahr fand einer mit der U13 und U14 der Himmelblauen statt, an dem neben Cheftrainer Patrick Glöckner mit Tarsis Bonga und Daniel Bohl auch zwei Spieler aus der Männermannschaft teilnahmen. Gleiches soll mit Trainern und Mitarbeitern des Nachwuchsleistungszentrums umgesetzt werden. Dazu möchte der Chemnitzer FC gemeinsam mit Mitgliedern und Fans ein demokratisches Leitbild konzipieren und eine demokratische Kultur etablieren. Hierfür sollen die - ähnlich der zuletzt vor der Mitgliederversammlung im "Brauclub" durchgeführten - Treffen eine Fortsetzung erfahren. "Wir möchten auf diesem Weg jeden, der sich mit Ideen einbringen möchte, auch einbeziehen", so Rümmler. Weitere Modellprojekte sowie Schulpatenschaften sind ebenfalls in Planung. Auch eine zweite Fahrt nach Buchenwald ist vorgesehen.