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"Niemand darf sich als Rächer für andere zeigen"

Besuch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist heute in Chemnitz

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stattete am Donnerstag der Stadt Chemnitz einen Besuch ab. Er erreichte gegen Mittag zunächst das Rathaus, an dem ihn Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig begrüßte. Sie lud Steinmeier in ihre Stadt ein, unter anderem, um sich ins Goldene Buch einzutragen. Anlass für den Besuch sind die Vorfälle in Chemnitz Ende August und Anfang September nach dem Tötungsdelikt an einem 35-jährigen Mann am Rande des Stadtfestes.

Er kritisiert den Hass auf den Straßen

Er sei aber nicht gekommen, um über Chemnitz und über die Chemnitzer zu sprechen, sondern mit ihnen, sagte Steinmeier. "Wir brauchen den Dialog", so der Politiker. Die Gewalttat Ende August bezeichnete Steinmeier als schrecklich. Dass sich in die Trauer in den letzten Wochen auch Wut und Empörung gemischt haben, gepaart mit Hass auf den Straßen und dem Gebrauch von verfassungswidrigen Symbolen, kritisierte er. Die Verfolgung von Straftaten sei allein Aufgabe des Staates, so Steinmeier. "Niemand darf sich als Rächer für andere zeigen", sagte der Bundespräsident.

Heute wolle er ins Gespräch kommen mit ganz unterschiedlichen Bürgern. Im Anschluss an den Eintrag ins Goldene Buch traf sich Frank-Walter Steinmeier mit Einzelhändlern und Gastronomen. Danach ist eine Kaffeerunde im Archäologiemuseum smac geplant, wo Chemnitzer die Möglichkeit haben, mit dem Politiker ins Gespräch zu kommen. "Wir müssen wieder dahin kommen, dass wir die eigene Meinung nicht als absolut setzen, sondern uns mit anderen Meinungen auseinandersetzen - ohne Hass und mit der Bereitschaft, zuzuhören", so Steinmeier. Das gelte für die große Politik genauso wie für das Zusammenleben in der Stadt.



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