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Niners: Clark wechselt zu italienischem Topclub

Basketball Steffen Herhold hält Ausschau nach neuem Pointguard

Die Niners Chemnitz müssen einen schmerzhaften Abgang verkraften. Nach lediglich neun Partien verlässt der 26-jährige Aufbauspieler Wesley Clark die Sachsen schon wieder und schließt sich mit sofortiger Wirkung dem Tabellenfünften der italienischen Serie A, Umana Reyer Venedig, an. Möglich wurde dies durch eine vertraglich fixierte Ausstiegsklausel, von der Clark nunmehr Gebrauch machte. "Wir hätten Wes gern bis zum Saisonende oder sogar darüber hinaus gehalten, müssen seine Entscheidung aber akzeptieren und wünschen ihm alles Gute für seinen nächsten Karriereschritt. Kurzfristig kann Virgil Matthews in die Bresche springen, wir halten jedoch bereits nach einem weiteren Pointguard Ausschau", sagt Niners-Geschäftsführer Steffen Herhold.

So kam Wes Clark nach Chemnitz

Clark war schon im Herbst nur über Umwege in Chemnitz gelandet. Der Aufsteiger in die easyCredit Basketball Bundesliga suchte seinerzeit einen Ersatz für US-Boy Shannon Bogues, welcher in der Saisonvorbereitung nicht vollends überzeugen konnte. Etwas überraschend war in jenem Moment Wes Clark noch, oder besser gesagt, wieder verfügbar. Denn nachdem der 1.83 Meter große Pointguard von 2018 bis 2020 sehr erfolgreich in Italien spielte (38 Einsätze, durchschnittlich 12.1 Punkte, 2.9 Rebounds, 2.6 Assists), stand er im Sommer schon kurz vor einem Engagement beim französischen Spitzenteam SIG Straßburg. Als Clark dort jedoch an COVID-19 erkrankte, nahmen die Elsässer Abstand von einer Verpflichtung und der vielseitig veranlagte Wirbelwind kehrte in seine amerikanische Heimatstadt Detroit zurück, wo er auf neue Angebote wartete.

Wie es zum Wechsel kam

Wenige Wochen später zeigten die Niners Interesse und Clark entschloss sich letztlich, bei den Sachsen einen bis Saisonende datierten Vertrag zu unterschreiben. Er als auch sein Management liebäugelten seinerzeit jedoch bereits mit sportlich wie finanziell lukrativeren Optionen und bestanden daher auf eine entsprechende Ausstiegsklausel, die bis zum Jahresende 2020 befristet war. Einen Tag vor Silvester trat das aus Chemnitzer Sicht ungünstigste Szenario ein, als Clark die NINERS über seinen Wechselwunsch nach Venedig informierte, wo er einen Vertrag bis Sommer 2022 erhält. Umana Reyer gehört zu den absoluten Topadressen im italienischen Basketball, gewann 2017 und 2019 die nationale Meisterschaft, 2020 den Pokal und obendrein 2018 den FIBA Europe Cup. Diese Saison trat der Club von der Adriaküste im ULEB EuroCup an, schied dort jedoch bereits in der Gruppenphase aus. Im italienischen Ligabetrieb liegt Venedig aber gut im Rennen und will sich erneut für das internationale Geschäft qualifizieren, was Clark zweifellos einen sportlich höchst attraktiven Anreiz bietet.

Für Chemnitz ein durchaus schmerzlicher Verlust

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, auch bedingt durch kleinere Blessuren, kam Clark zuletzt immer besser in Form, steuerte zu den Erfolgen in Hamburg und gegen Weißenfels 18 beziehungsweise 16 Zähler bei. Im Schnitt waren es während seiner neun Auftritte im Niners-Jersey 9.7 Punkte, 3.1 Assists sowie 2.0 Rebounds. "Er wird nicht leicht zu ersetzen sein", weiß Herhold, der sich gemeinsam mit Cheftrainer Rodrigo Pastore indes schon wieder auf der Suche nach einem neuen Pointguard befindet. Allerdings ist der Spielermarkt zu einem solch fortgeschrittenen Zeitpunkt bereits relativ ausgedünnt und insbesondere auf hohem Leistungsniveau sehr hart umkämpft. Daher sind jetzt auch die Dienste des 37-jährigen Virgil Matthews besonders gefragt, der fortan wieder die Basketballstiefel schnüren und bis auf weiteres den Kaderplatz als sechster Ausländer der Niners einnehmen wird.