Nino de Angelo verzaubert Fans beim Tourabschluss in Chemnitz

„Viva la Vita“ und deutsch-italienische Freundschaft stehen beim Open Air in Klaffenbach im Fokus

Klaffenbach

Man nehme eine gute Location wie das Wasserschloss Klaffenbach, man nehme bestes Wetter, man lade sich gute Freunde ein, man hat eine gute Band, man reicht italienische und deutsche Klassiker und setzt all das in die Tat um. Erlebt gestern bei dem letzten Nino-de-Angelo-Konzert seiner aktuellen Tour "Viva la Vita".

Aber von vorn: Anfang der 80er-Jahre, genau 1982, veröffentlichte Nino de Angelo seine erste Single "Und ein Engel fliegt in die Nacht" (Coverversion eines OMD-Songs). Damals war er 17 und genau da begann er in die Musikwelt zu fliegen. Heute ist er 62 und steht nunmehr seit 45 Jahren auf den "Brettern, die die Welt bedeuten" und fühlt sich auf den Bühnen zu Hause.

Mit Fug und Recht kann man behaupten: Heute ist "Nino de Angelo" wie ein alter Wein, gereift und erlesen im Geschmack.

 

Ein Leben auf der Überholspur mit vielen Tiefs, aber auch ungeahnten Höhenflügen

 

Wer Nino kennt, kennt auch sein Leben, das nicht immer von "Friede, Freude, Eierkuchen" bestückt war.

Damals als 17-Jähriger konnte der gebürtige Karlsruher nicht wissen, wo die Reise hingehen wird. Eines war aber von vornherein klar: In seiner Brust schlagen zwei Herzen, ein italienisches und ein deutsches. Seine Eltern stammen nämlich aus Italien und sind nach Deutschland eingewandert, um hier zu arbeiten und dann auch ein neues Leben aufzubauen. Mittendrin ihr Sohn, Originalname Domenico Gerhard Gorgoglione, der dann in den 80er-Jahren zu "Nino de Angelo" wurde.

Ein besonderes Leben, das es in sich hat und was er auch immer gerne auf seinen Konzerten, ja, und auch in Büchern, erzählt.

 

Ein Konzertabend im Wasserschloss genau nach dem Geschmack der vielen Fans aus ganz Deutschland, die live dabei waren

 

Es ist seine aktuelle Tour zu seinem neuen Album "Viva la Vita". Übrigens: "Viva la Vita" bedeutet "Lebe das Leben", es ist auch das Lebensmotto von Nino, verriet er. Ein tolles Team, Trucks voller Technik, eine tolle Band, drei Backgroundsängerinnen, Special Guest Marina Marx und der Meister selbst boten den Fans, die aus ganz Deutschland angereist waren, ein klasse Event. Schon seit Tagen war das Konzert ausverkauft. Sie wollten ihren "Nino" sehen. Meist sind es die Frauen, die eingefleischte "De Angelo"-Fans sind, aber auch Paare, die sich bei der Musik kennengelernt haben. Viele sind seit Beginn seiner Karriere Fan, das merkte man auch gestern im Wasserschloss.

 

Mal laut, mal leise

 

Er ist ein klasse Musiker, der in seinem Leben schon viel erlebt hat - man könnte damit mehrere Leben füllen. Mal unten und mal oben, eben eine Achterbahnfahrt durch die Gezeiten. Alkoholexzesse, aber auch seine Frauengeschichten waren gestern ein Thema.

Nino sagte: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert". Hier merkte man wieder einmal, dass er über sich selbst lachen kann und doch alles nicht so ernst nimmt. Aber das Erlebte ist auch immer wieder Inspiration, neue Lieder zu schreiben oder Klassikern neues Leben einzuhauchen.

Es sind nicht die Songs von der heilen Welt, es sind Lieder mit Tiefgang, die eben auch viele Fans berühren. Kurz nach 19.30 Uhr betrat De Angelo mit seiner Band die Bühne und ein Raunen ging durch die Massen. Man merkte schnell: Er ist gut gelaunt, und das machte Lust auf mehr. "Chemnitzsino" nannte er seinen gestrigen Auftrittsort.

Mit "L‘Italiano" begann er das Konzert und es sollten noch viele italienische Klassiker und einige seiner deutschen Hits folgen. Man merkte schnell: Hier kann er seine italienische Seite voll ausspielen. Zwischen den Liedern teilte er tolle Episoden aus seinem Leben, die nicht immer von Ruhm gekrönt waren, aber auch das machte das Konzert einzigartig.

Es war auch keine "One-Man-Show", denn die klasse Musiker und die Sängerinnen ergaben eine Einheit. Fast zwei Stunden Musik mit Liedern wie "Solo noi", "Caruso", "Maledetta primavera", "Azzurro" und "Tornerò". Nach zirka einer Stunde kündigte er eine musikalische Perle an: seine geschätzte Duettpartnerin Marina Marx.

Beide sangen "Bella Italia e Amore". Dann gönnte sich Nino eine kurze Pause mit den Worten: "Ich muss mal auf ein Päuschen, auch mein Shirt wechseln und auf ein kleines Bierchen. Ein Bier, dann bin ich wieder hier".

Marina gab dann einige Titel zum Besten. Mit "Über 7 Brücken" und "Weißt du noch" überzeugte auch sie das Publikum. Wieder betrat Nino die Bühne und mit Liedern wie u. a. "Irgendwann im Leben", "Gesegnet und Verflucht", "Boomerang", "Nicht eine Träne" und "Helden" überzeugte er gesanglich.

Dann war erst einmal Schluss, aber die Zugabe-Rufe ließen nicht lange auf sich warten. Mit seinem Mega-Hit "Jenseits von Eden" und "Wer bringt dich nach Hause heute Nacht" beendete er musikalisch sein Konzert. Er bedankte sich bei seinen treuen Fans, bei seiner Band, der Crew und allen, die an diesem Projekt mitgewirkt haben.

De Angelo sagte: "Es ist leider das letzte Konzert dieser Tour, aber wir sehen uns bestimmt wieder". Er machte auch Anspielungen auf sein zukünftiges Leben nach der Musik als Winzer und Landwirt, dann in Italien, seiner zweiten Heimat. Wer noch nicht genug von Nino de Angelo hat: Ihm ist die neue CD "Viva la Vita" wärmstens zu empfehlen, nicht nur der Musik wegen, hier findet man auch Rezepte aus Italien.

 

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