"Noch ist Polen nicht verloren"

Premiere Schauspiel in Chemnitz startet mit Filmadaption

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"Noch ist Polen nicht verloren" - das Stück feiert am Samstag im Schauspielhaus Premiere. Foto: Dieter Wuschanski/Theater

Das Leben am Theater ist nicht nur Basis zahlloser Anekdoten und Mythen, sondern auch beliebter Stoff fürs Theater selbst. Viele Stücke spielen mit dem "Theater im Theater"-Effekt. Oft entsteht dadurch eine Komik, und so ist es nicht verwunderlich, dass auch die neue Produktion des Schauspiels Chemnitz "Noch ist Polen nicht verloren" als Komödie angekündigt ist.

Die hat - wie so viele Komödien - aber eine bitterernste Ausgangsbasis: Im Stadttheater Posen wird 1939 eine Parodie auf Adolf Hitler geprobt - da marschiert die Wehrmacht in Polen ein. Die polnische Regierung verbietet das Stück zur Sicherheit - stattdessen soll der "Hamlet" auf den Spielplan. Das freut Schauspieler Josef Tura: lieber "Sein oder Nichtsein" als bellendes Sprechen als Hitler-Parodist. Doch das Theater wird unversehens zur Keimzelle des polnischen Widerstands - und so wird Sein oder Nichtsein zur existenziellen Frage für das gesamte Theaterteam.

Großmeister Ernst Lubitsch inszenierte 1942 den Film "Sein oder Nichtsein", auf dessen Drehbuch Jürgen Hofmanns Theaterversion "Noch ist Polen nicht verloren" beruht. In Chemnitz hat Herbert Olschok die Regie übernommen, wie zuletzt bei "The King's Speech". Er trifft mit Ensemblemitglied Christian Ruth einen alten Bekannten: Der Schauspieler übernimmt die Rolle des Josef Tura. Daneben finden sich große Teile des Ensembles auf der Bühne, die von Alexander Martynow gestaltet wurde.

Die Premiere ist bis auf wenige Restplätze in den letzten Reihen ausverkauft, für die nächsten Vorstellungen am 9. und 18. Februar sind noch mehr Karten verfügbar.