Ohne Nachwuchs geht es nicht

Menschen Reinhard Klobe bekommt Ehrenkreuz für 50 Jahre Feuerwehrdienst

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Reinhard Klobe, Wehrleiter der FFW Siegmar. Foto: Andreas Seidel

Stolz kann er jetzt das Ehrenkreuz für 50 Jahre treuen Dienst in der Feuerwehr sein Eigen nennen. Reinhard Klobe wurde am Donnerstag mit 22 anderen Angehörigen der Feuerwehren Chemnitz für seinen langjährigen engagierten Dienst ausgezeichnet.

Der Brandinspektor ist seit November 1966 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Chemnitz-Siegmar. Über die AG Brandschutz, die 1961 an der Schule gegründet wurde, ist er zur Feuerwehr gekommen. "Ich bin ein echtes Kind der Nachwuchsgewinnung", sagt er schmunzelnd. Und genau in diesem Bereich hat er sich jahrzehntelang in Siegmar stark gemacht. 30 Kinder zählt die Freiwillige Feuerwehr dort im Moment. "Es ist ein schwieriges und aufwendiges Feld, die Nachwuchsgewinnung. Aber es lohnt sich", so Klobe. Das wichtigste sei es, die Begeisterung zu wecken.

Die hat er nach 50 Jahren Dienst selbst natürlich immer noch. Was für ihn das Faszinierende an dieser Arbeit ist? "Am Anfang war es das Abenteuer, mit Blaulicht durch die Straßen zu fahren. Darin liegt auch heute noch ein gewisser Reiz. Aber es geht besonders um die Hilfeleistung und darauf, dass sich andere auf einen verlassen können."

Zu den Einsätzen, die ihm in besonderer Erinnerung geblieben sind, zählt er den Brand in der Ziegelei in Altendorf 1991 und den Unfall auf dem Siegmarer Bahnhof 1980, als dort ein Zug entgleiste. "Dieses Bild vergesse ich nicht. Der Einsatz hat mich emotional sehr berührt", so Klobe. Es gehe also nicht immer darum, einen Brand zu löschen. Auf dem Bahnhof mussten in erster Linie Sicherungsarbeiten durchgeführt werden.

In den vergangenen fünf Jahrzehnten hat Reinhard Klobe als ehrenamtliches Mitglied der FF Chemnitz-Siegmar alle Stationen der feuerwehrtechnischen Ausbildung absolviert. Seit 1979 ist er Wehrleiter und rückt heute immer noch zu Einsätzen mit aus. "Ich bin die älteste Einsatzkraft in Chemnitz", sagt er stolz. Denn er bestehe weiterhin die Tests zur Atemschutztauglichkeit - und das mit 65 Jahren.