Operation ist oftmals überflüssig

Therapie Konservative Behandlung kann bei Arthrose häufig die Klinik ersparen

Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Probleme bei der Alltagsbewältigung - Arthrose kann die Lebensqualität stark mindern. Häufig landet der Patient schließlich auf dem OP-Tisch, etwa für eine Gelenkspiegelung - die sogenannte Arthroskopie - oder sogar einen Gelenkersatz. Solche Eingriffe versprechen auf den ersten Blick schnelle Besserung. Trotzdem sollten Betroffene kritisch nachfragen, denn nicht immer bieten Operationen tatsächlich einen Vorteil.

Gerade die Arthroskopie ist umstritten. So kommen das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und die Amerikanische Orthopäden-Vereinigung AAOS zu dem Schluss, dass eine Gelenkspiegelung bei Kniearthrose keine Vorteile gegenüber der konservativen Behandlung bringt. Zu dieser gehören etwa regelmäßige Bewegung, Physiotherapie, orthopädische Hilfsmittel sowie der Abbau von Übergewicht. Geeignete Schmerzmittel lindern ebenfalls die Beschwerden. Eine wichtige Rolle spielt auch die Ernährung, die wenig Fleisch und tierische Fette enthalten sollte, aber reichlich Fisch, Obst und Gemüse. Außerdem lässt sich der Gelenkknorpel, der hauptsächlich aus Kollagenfasern besteht, durch gezielte Nährstoffzufuhr direkt unterstützen.

Die konservative Behandlung der Arthrose erfordert allerdings aktive Mitarbeit und Disziplin beim Umsetzen von Sport- und Ernährungsprogrammen. Es kann sich aber lohnen, denn der sonst oft notwendig werdende künstliche Gelenkersatz löst zwar das akute Problem, bringt aber auch Risiken mit sich. Dazu ist die Haltbarkeit der Prothesen begrenzt - ihr Einsatz sollte also soweit wie möglich hinausgezögert werden.