Orks als liebste Spielgefährten

Unternehmer Gründernetzwerk Saxeed suchte die besten Geschäftsideen

Orks sind sicherlich nicht jedermanns Sache: Die Fantasiegeschöpfe, unter anderem aus Tolkiens "Herr der Ringe" bekannt, sind meist eher hässlich und dann auch noch brutal. Doch für weltweit über eine Million Menschen sind Orks die liebsten Spielgefährten: "Sie nutzen sie als Miniaturfiguren in stundenlangen Strategiespielen - und vorher widmen sie den Figuren viel Geld und dann Zeit, um sie liebevoll zusammenzubasteln und dann anzumalen", weiß Eike-Christian Spitzner. Doch wie es häufig ist: "Man will immer andere Figuren als die, die man kaufen kann." Aus dieser Notlage heraus, die ihm ein Freund geschildert hat, hat Spitzner eine Geschäftsidee entwickelt: den individuellen Ork aus dem 3D-Drucker. Dabei können die Nutzer im Internet ihre Spielfiguren selbst entwerfen, Spitzners Firma würde sie dann aus speziellen Materialien dreidimensional drucken: "Das ist inzwischen relativ kostengünstig möglich", weiß Spitzner, der an der TU Chemnitz soeben zum Doktor der Polymerphysik promoviert wurde. Für die Umsetzung hat er sich einen Softwareentwickler und einen Designer gesucht - letzterer besagter Freund aus der Spieleszene. Ein gutes Team und eine durchaus realistische Geschäftsidee, fand die Jury eines Ideenwettbewerbs, den das universitäre Gründernetzwerk Saxeed in dieser Woche beendete. Auf dem fünften Platz landeten Spitzners "Orcs-on-demand" in der Kategorie der studentischen Geschäftsideen. Für Spitzner und seine Mitstreiter stellt sich jetzt die Frage, ob sie aus ihrer Vision der individuellen Spielfiguren auch tatsächlich ein Unternehmen formen. Einen Schritt weiter sind da bereits die Sieger der Kategorie "Geschäftsideen von Hochschulmitarbeitern": Hier setzte sich "Mr. Snow" durch, eine Ausgründung aus der TU Chemnitz, die textile Materialien entwickelt hat, auf denen man wie auf Schnee Skifahren kann.