Paracelsus-Band für 2.700 Euro gerettet

Bücher Die Schätze der Chemnitzer Stadtbibliothek brauchen Hilfe

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Sabine Schumann (Mitarbeiterin der Stadtbibliothek) und Curt Bertram (Vorstand des Fördervereins) vertieft in den restaurierten Paracelsus. Foto: Michael Chlebusch

In der "Schatzkammer"bewahrt die Stadtbibliothek ihre kostbarsten Werke auf. Sie sind teils mehrere hundert Jahre alt und stammen meist aus dem Erbe des Chemnitzer Klosterbestandes. Bei 50 Prozent Luftfeuchtigkeit und 18 Grad Celsius Raumtemperatur ist gesichert, dass die historischen Bücher auch den nächsten Generationen erhalten bleiben.

Doch das war leider nicht immer so. Noch vor wenigen Jahrzehnten fehlten Mittel und Kenntnis zur richtigen Aufbewahrung und so kam es, dass an vielen Schätzen der Zahn der Zeit nagte - oder der einer Maus. Nun darf die Bibliothek ein weiteres ihrer wertvollsten Bücher als gerettet ansehen.

So stellte man in dieser Woche den Restaurierten Paracelsus-Band "Chirurgische Bücher und Schrifften" aus dem Jahr 1605 vor. Der Katalog aus Schäden und Maßnahmen zu seiner Rettung liest sich selbst wie ein medizinisches Werk: Starker Abrieb, Fehlstellen, Insektenschäden erforderten unter anderem Nassbehandlung, Anfasern, Buchdeckelerneuerung. Finanziert werden konnte die etwa 2.700 Euro teure Restaurierung durch Mittel aus der Koordinierungsstelle für die Erhaltung schriftlichen Kulturguts sowie durch einen Eigenanteil aus Spenden des Fördervereins der Stadtbibliothek.

Doch so einzigartig Paracelsus' Werk auch ist, so viele Bücher gibt es noch im Archiv, die ihm gleich sind: Erhaltenswert und in schlechtem Zustand. Deshalb haben Bibliothek und Förderverein das Programm "Sorgenbuch" ins Leben gerufen. Interessierte Paten informieren sich unter foerderverein-stadtbibliothek-chemnitz.de oder Tel. 0371/488 4219.