Pflanzen, Pilze, Insekten im Netzwerk

Wissenschaft TU Chemnitz forscht an Agrarsystemen der Zukunft

Die Verdichtung urbanen Lebens gehört zu den größten Herausforderungen des 21. Jahrhundert. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Verknappung von Anbauflächen suchen Wissenschaftler der TU Chemnitz nach nachhaltigen Lösungen für die Produktion hochwertiger und gesunder Lebensmittel bei gleichzeitig stark reduziertem Ressourceneinsatz.

Effiziente Vernetzung

Ein vielversprechender Weg sei dabei die intelligente Vernetzung verschiedener agrarischer Produktionssysteme - wie zum Beispiel Fisch, Pflanze, Pilz und Insekt - zu einem Gesamtsystem mit weitgehend geschlossenen Energie- und Stoffkreisläufen.

Mit Hilfe dieses Kreislaufschlusses sowie durch Reststoffverwertung können die in einem Produktionssystem benötigten Energie- und Stoffmengen wie Exergie, Wasser und Nahrung aus den jeweilig anderen Produktionssystemen verwendet werden. "Alle Produktionsmodule dieses Gesamtsystems sind miteinander verbunden und können kommunizieren", erläutert Stefan Streif, Inhaber der Professur Regelungstechnik und Systemdynamik an der TU Chemnitz. Mit der Regelung solcher hoch komplexer, stark vernetzter sowie mit Unsicherheiten behafteter Systeme beschäftigt sich ein Team der Chemnitzer Professur derzeit gemeinsam mit weiteren Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft im Projekt "CUBES Circle".

Das Projekt wird von der Humboldt-Universität zu Berlin koordiniert und vom Bundesforschungsministerium mit etwa acht Millionen Euro gefördert. Gemeinsames Ziel ist es, eine Forschungs- und Experimentalplattform für ein neuartiges zukunftsorientiertes Agrarsystem zu schaffen.