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Corona-News

Pflege am Boden

Aktion Flashmob für menschenwürdige Pflege

Nur drei Minuten Zeit, um mit einem Patienten auf Toilette zu gehen, 15 Minuten für das Mittagsessen, lediglich eine Pflegekraft, die in der Nacht 48 Patienten versorgt. Was unmenschlich klingt, ist in vielen Pflegeeinrichtungen Deutschlands traurige Realität.

An der Charité in Berlin streikten bereits Pflegekräfte gegen diese Bedingungen. Aber auch regional gibt es Unterstützer. Michaela Neukirchner engagierte sich kürzlich im Rosenhof bei der bundesweiten Aktion "Pflege am Boden" (PaB). In über 150 Städten und mit bis zu hundert Teilnehmern starten die Veranstalter jeden zweiten Samstag im Monat einen sogenannten Flashmob. Dabei legen sich die Teilnehmer für zehn Minuten auf den Boden, um auf die Missstände in der Pflege aufmerksam zu machen, und fordern Verbesserungen.

"Das 2015 in Kraft getretene Pflegestärkungsgesetz ändert kaum etwas an den Bedingungen. Pflegende Angehörige erhalten etwas mehr Geld für die Kosten, etwa sieben bis siebzig Euro monatlich, je nach Pflegestufe", erzählt Michaela Neukirchner erzählt. "Durch die bisher veranstalteten Flashmobs und dem Engagement der Teilnehmer war es bereits möglich, erste Verhandlungen mit der Politik zu führen", so Neukirchner.

Die Forderungen von PaB sind klar formuliert und konzentrieren sich auf die Verbesserungen in der Pflegepolitik, nicht gegen die Betriebe, da diese ebenfalls dazu gezwungen sind, sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten. So fordert PaB vor allem nach mehr Mindestpersonal, bessere Ausbildungen für Pfleger, bessere Unterstützung für pflegende Angehörige, Abschaffung unnötiger Dokumentationen und Schreibarbeit um mehr Zeit für die Patienten zu haben. "Wir machen weiter, bis sich etwas verändert hat", so Michaela Neukirchner.



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