"Pochen"beleuchtet 30 Jahre nach der Wende die Treuhandanstalt

Biennale Wirkungsgeschichte steht im Fokus

Kommende Woche erlebt die multimediale Biennale "Pochen" ihre zweite Auflage. Wie schon zur Premiere vor zwei Jahren wird dabei ein Thema aufgegriffen, das eng mit der Stadt Chemnitz, ihren Menschen und ihrer kulturellen Prägung verbunden ist. Unter der Überschrift "Preis der Zukunft" beleuchtet die diesjährige Biennale 30 Jahre nach der Wende die Treuhandanstalt und deren Wirkungsgeschichte, die zwischen 1990 und 1994 die Transformation der sozialistischen DDR-Planwirtschaft in eine Marktwirtschaft verantwortete. Mehr als 8.000 Betriebe und vier Millionen Angestellte wurden unter ihrer Anleitung in Privathand überführt. In Chemnitz verloren mehr als 35.000 Angestellte ihre Arbeit, 60.000 Bürgerinnen und Bürger kehrten ihrer Heimatstadt den Rücken. "Zurück ließen sie die Frustration der Gebliebenen, eine bis in unsere Gegenwart gärende Unzufriedenheit und die Frage: Wie hoch war er eigentlich der Preis, den wir für Freiheit und Zukunft zu zahlen hatten?", fasst Projektleiter Benjamin Gruner zusammen. Auf der Suche nach Antworten sind vom 22. Oktober bis 1. November eine Ausstellung, Performances und Diskussionsrunden geplant. Im Wirkbau, Annaberger Straße 73, wird durch das "Museum für Werte" eine interaktive Ausstellung zu den Werten Vertrauen, Empathie und Selbstverwirklichung kuratiert. Im Zentrum der Schau stehen Geschichten und Objekte aus der gesellschaftlichen Mitte sowie dialogfördernde Installationen. Die Vernissage findet am 22. Oktober ab 19 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. Mehr zum Programm hier.