Polarlichterjagd im Bademantel und Hausschuhen: Ein Erfahrungsbericht von Redakteurin Elli

Live im Einsatz – oder: Wie ich als wandelnder Bademantel in Plüschhausschuhen bei - 3 Grad vom Himmelszauber fasziniert wurde...

Mittelsachsen

Manchmal meint man, man hätte den Abend im Griff. Ich, Elli, Redakteurin bei BLICK.de, mal ganz untypisch: frisch geduscht, müde, schon 22 Uhr im Bett. Das passiert ungefähr so oft wie Polarlichter über Sachsen – haha, dazu später mehr.

Hund liegt zufrieden. Ich auch. Handy in der Hand, kurz vorm Flugmodus – da sehe ich ihn: Einen Post. Polarlichter! Ich so: Jo. Klar. Bestimmt in Norwegen. Oder Photoshop. Aber irgendwas in mir sagt: Komm Elli, einmal kurz rausgucken schadet ja nicht.

Bademantel an, Kopf aus – ich tapse los

Also tappe ich raus. Im türkisen Bademantel, knallroten Plüschhausschuhen (die sind echr hässlich, aber wunderbar warm), Augen müde. Mein Hund im Garten schaut mich an wie: „Ist das jetzt Gassi oder bist du komplett durch?“

Ich schiele in den Himmel, rechne mit Dunkelheit… Und dann – WOW. Einfach nur WOW. Grüne und rosa Lichter tanzen am Himmel wie auf der Aftershowparty von Mutter Natur.

Ich bleibe stehen. Schaue. Staune. Knipse Fotos – und vergesse völlig, dass es -3 Grad hat und meine Knöchel komplett in den Erfrierungsmodus wechseln. Der Rasen ist gefroren, ich rutsche, wackle, zittere – aber hey: Hauptsache scharfes Bild!

Straßenecke & das Frieren

So geflasht war ich, dass ich mich weiter vorwagte – bis zur Straße. Kein Gehweg, keine Laterne, nix. Nur ich, die Aurora und meine Hausschuhe.

Und dann kommt tatsächlich ein Auto. Ich friere ein – innerlich und äußerlich – und denke nur: Was bitte denkt der Fahrer jetzt?! Eine Frau im Bademantel, nachts, mitten am Straßenrand, starrt in den Himmel. Ich musste lachen. Über mich. Und das ganze Szenario.

Fotos vor Zittern unscharf – ab in die Dusche. Die zweite.

Zurück ging. Ich war durchgefroren, aber beseelt. Also nochmal: Dusche. Um 22:45 Uhr hüpfte ich wieder ins Bett – jetzt warm, wach und voller Nordlicht-Vibes.

Aber schlafen? Natürlich nicht.

Facebook-Post statt Erholungsschlaf

Ich lud spontan einen Post auf der BLICK.de-Facebookseite hoch: „Habt ihr sie gesehen?“

Und dann… Leute. Es ging los. Fotos, Fotos, Fotos! Rosa, grün, lila, dramatisch, poetisch – von überall! Erzgebirge, Vogtland, Chemnitz, Mittelsachsen, Westsachsen – die komplette Region war im Polarlicht-Fieber.

Der Preis des Ruhms: 300 Freigaben per Hand

So romantisch das klingt: Ich durfte wegen Sicherheitsvorgaben jedes einzelne Bild manuell freigeben. Und es waren… Trommelwirbel… DREI. HUNDERT.

Ich klickte, staunte, nickte, klickte weiter. Bis 2 Uhr morgens. Ich, die Frau, die so stolz um 22 Uhr ins Bett wollte.

Morgenstund hat nochmal 200 Fotos im Mund

Kaum aufgewacht – noch mit Kissenabdruck im Gesicht – schaue ich wieder rein: Noch. Mal. 200. Neue. Fotos.

Ich war müder als mein Kaffee stark. Aber auch komplett überwältigt von der Lichterflut, die unsere Leserinnen und Leser mit uns geteilt haben.

Mal wieder zeigt sich: Die besten Nächte passieren ungeplant

Gemeinsam mit meiner Kollegin entstand daraus der Artikel auf BLICK.de. Und für alle, die‘s verpasst haben – keine Sorge: Ja, das war selten. Aber nicht einmalig.

Vielleicht war‘s ein sanfter Reminder: Dass das Leben auch mal ohne Push-Nachricht passiert. Dass die wichtigsten Momente keine Planung brauchen. Und dass man den Blick öfter mal heben sollte – in den Himmel, ins Jetzt, ins Schöne.

Auch wenn es im Bademantel ist. Oder gerade dann.

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