Polen baut Forschungskooperationen aus

Wissenschaft Polnische Hochschulvertreter informierten sich in Chemnitz über MERGE-Projekt

Am gestrigen Dienstag besuchten Vertreter der Technischen Universität Opole aus Polen, mit denen die TU Chemnitz kooperiert, den MERGE-Forschungshallenkomplex in der Reichenhainer Straße. Die Halle mit hochmodernen Maschinen wurde erst im letzten Jahr eingeweiht und steht vor allem für die Erforschung multifunktionaler Leichtbaustrukturen. Die Chemnitzer Uni entwickelt also besonders leichte Materialien, die schwere ersetzen sollen - natürlich bei gleichen Eigenschaften.

Für die Universitäten in Polen haben solche großen Projekte eine Vorbildfunktion, weiß Lothar Kroll, Inhaber der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung an der TU Chemnitz und Koordinator des Bundesexzellenzclusters. "So wurden und werden an der Universität Opole ähnliche Verbünde zwischen Industrie und Forschung aufgebaut", berichtet Kroll, der Anfang April in Opole auch die dort stattfindende "1. Polish-German Bridge Conference" unterstützt. In Vorbereitung auf die Konferenz informierte sich diese Woche die polnische Delegation in Chemnitz über die Arbeit und die Struktur des Bundesexzellenzclusters. "Daran wird deutlich, dass sich die TU Chemnitz zunehmend im Ausland als kompetenter Netzwerk- und Transferpartner empfiehlt", sagt Lothar Kroll. "Ich erlebe in Polen ein Klima, das zeigt, wie wichtig für viele die Zusammenarbeit zwischen polnischen und deutschen Unternehmen, zwischen polnischen und deutschen Universitäten und zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist. Zudem orientieren sich polnische Hochschulen und Unternehmen stärker als bisher in Richtung Europa - insbesondere im Rahmen von Forschungskooperationen und bei der Beantragung von Fördermitteln", ergänzt der Universitätsprofessor, der selbst aus Schlesien stammt und auch deshalb sehr gut mit den Partnern im Nachbarland kooperieren kann.