Pro Online: Ladengeschäfte auf Rückzug

Wirtschaft Sächsische Verleger und Co. punkten mit Digitalisierung

pro-online-ladengeschaefte-auf-rueckzug
Auch wissensintensive Dienstleister stehen aufgrund der Digitalisierung vor wachsenden Herausforderungen. Foto: Rico Hinkel

Digitale Planungsprozesse, 3D-Visualisierung, die wachsende Bedeutung von Online-Marketing: Wie alle Branchen stehen auch Unternehmen, die wissensintensive Dienstleistungen erbringen, aufgrund der Digitalisierung vor wachsenden Herausforderungen.

Zu diesen Firmen gehören unter anderem PR-, Unternehmens-, Rechts- und Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Architektur- und Ingenieurbüros, Marktforschungsunternehmen, Verlage, Kinos und Rundfunkveranstalter.

Sachsen holt sich Platz zwei

Hinter der traditionell stark digitalisierten Informations- und Kommunikationswirtschaft liegen diese Firmen in Sachsen bei der Digitalisierung auf dem zweiten Platz, wie ein Gutachten des sächsischen Wirtschaftsministeriums zeigt. Mit 66 von 100 möglichen Punkten erreichen sie fast den bundesweiten Wert, der bei 70 Punkten liegt.

84 Prozent der wissensintensiven Dienstleister halten den Einfluss der Digitalisierung auf den Unternehmenserfolg für stark. "Hier haben wir es mit einer Vorzeigebranche zu tun", so Stefan Brangs, Beauftragter der Staatsregierung für Digitales.

"Als größte Barriere für die Digitalisierung geben die Unternehmen an, dass nicht überall leistungsfähiges Breitbandnetz verfügbar ist." Dem werde man mit umfangreicheren Breitbandförderprogrammen für die Kommunen und Kreise begegnet.

Das Web verändert den Handel

Auch Forscher der Universität Regensburg haben den Einfluss der Digitalisierung auf die Wirtschaft untersucht, speziell auf den Einzelhandel. An der deutschlandweiten Befragung beteiligten sich mehr als 2.000 Einzelhändler.

Im Ergebnis müsse der deutsche Einzelhandel sein klassisches Geschäftsmodell überdenken. Verkaufen heute knapp über die Hälfte der Händler ihre Produkte ausschließlich stationär, wollen 37 Prozent davon in fünf Jahren auch im Online-Vertrieb aktiv sein.

In den nächsten fünf Jahren rechnen 24 Prozent der stationär aktiven Händler mit einem Rückgang der im Ladengeschäft erwirtschafteten Umsatzanteile. Im Vertriebskanal Online-Shop befürchten lediglich 4 Prozent der Händler einen Rückgang.