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Prof. Malinowski: "Eine einzigartige Mischung aus Urbanität und Intimität"

Chemnitz im Blick Heute: Bernadette Malinowski ist Professorin an der TU Chemnitz

Chemnitz ist Kulturhauptstadt 2025, doch was schlummert in unserer schönen Stadt, dass sie diesen großartigen Titel verliehen bekommen hat? Blick.de hat Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen in unserer Interviewreihe "Chemnitz im Blick" getroffen und wollte im Gespräch herausfinden, was die liebsten Orte der Einheimischen sind. Wir sprechen mit Personen aus Bildung, Politik, Gastronomie, Kunst, Sport, Veranstaltungsorga und vielem mehr über die Stadt, die so gern mit KMS abgekürzt wird. Heute im Interview: Bernadette Malinowski, Professorin an der TU Chemnitz und beteiligt an verschiedenen Chemnitzer Projekten, wie den "Stadtgeschichten", oder den Mikroprojekten zur Kulturhauptstadt.

Was ist Ihre Verbindung zu Chemnitz?

Ich bin Professorin für Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz und habe seit meiner Berufung 2011 in Chemnitz nicht nur meinen Arbeits-, sondern auch meinen Lebensmittelpunkt gefunden.

Chemnitz in drei Worten: Lebens-, Liebens-, Lesenswert!

Was gibt es in Chemnitz und sonst nirgendwo?

Die einzigartige Mischung aus Urbanität und Intimität. Man findet viele Türen offen und darf auch - mit guten Ideen oder ernsthaften Anliegen im Gepäck -  gerne eintreten.

Top 3 Sehenswürdigkeiten: Schlosspark, Chemnitzer Museen, Kaßberg (und natürlich das wunderbare erzgebirgische Umland)

Ihr Freizeittipp bei Regen: Durch die städtischen Kunstsammlungen flanieren, in die ausgezeichnete Oper oder ins attraktive Theater gehen oder eine der vielen innovativen Kleinkunstevents (z.B. auf dem Sonnenberg) besuchen

Bester Ort zur Entspannung: Durch den Schlosspark flanieren oder sich im Zeisigwald ergehen (wetterunabhängig!).

Lieblingsviertel: Das Viertel, in dem ich wohne: Hilbersdorf. Ein Viertel, das verschiedene Zeiten in seiner Architektur sichtbar macht, das die verschiedensten Menschen beherbergt und an zentralen Anlaufstellen wie dem Hilbersdorfer "Netto", dem Zigarettenladen um die Ecke oder an der Bushaltestelle miteinander ins Gespräch bringt.

Schönste Aussichtspunkt: Unsere Wohnung in Hilbersdorf mit Blick auf die bunte Esse, die grüne Stadt und den erzgebirgischen Horizont.

Bester Fotospot: Ich fotografiere nicht, sondern nehme das mir sich jeweils Darbietende (ob schön, ob weniger schön) lieber mit direkten Sinnen wahr.

Das Außergewöhnlichste, was Sie über Chemnitz wissen: Seine tief in der Historie wurzelnden Kulturen.

Der beste Ort zum Frühstücken: Das "La Bouchée" (in der Inneren Klosterstraße)

Ihr Lieblingsrestaurant: Ronny's (auf dem Kaßberg)

Das beste Eislokal: Die Zeisigwaldschenke (im Zeisigwald)

Die coolste Bar: Das "Café Kutsche" (als es das auf dem Kaßberg noch gab)

Was stört Sie an Chemnitz?

Dass ich die Chemnitzerinnen und Chemnitzer immer davon überzeugen, wie toll ihre Stadt ist.

Eine verrückte Geschichte, die Ihnen in Chemnitz passiert ist:

Die verrückteste Geschichte ist mir während meines allerersten Chemnitzaufenthalts passiert: Auf dem Weg im Taxi zu meinem Bewerbungsvortrag in die Wilhelm-Raabe-Straße bemerkte der Taxifahrer meine ganz offensichtliche Nervosität. Er fragte mich, woher ich käme und was mich hierher nach Chemnitz bringe. Ich erklärte ihm, dass mir so eine Art Bewerbungsgespräch an der Uni bevorstünde, nur etwas aufwändiger als normale Vorstellungsgespräche - mit Vortrag, wissenschaftlicher Diskussion und so weiter. Taktvoll wie er war, bemerkte er, dass ich zu weiteren Gesprächen nicht in der Lage war und schwieg die restliche Fahrt über. Erst beim Aussteigen - ich wollte gerade die Autotür schließen - rief er mir in wohlklingend breitestem Sächsisch nach: "Und sagen Sie denen da drinnen, die sollen Sie nehmen, Sie wären eine echte Bereicherung für die Stadt." Solcherart gestärkt ging ich dann in meinen Vortrag - und der glückliche Ausgang ist ja bekannt.

Vielen Dank

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