Radler fühlen sich nicht willkommen

Mobilität Chemnitz landet beim ADFC-Fahrradklimatest auf Rang 14

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Foto: Egon69/Getty Images

Über 120.000 Bürger in Deutschland haben 2016 das Fahrradklima in 539 Städten beurteilt - beim ADFC-Fahrradklima-Test, der größten Befragung zum Radfahrklima weltweit. Per Fragebogen haben sie bewertet, ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob beispielsweise Radwege im Winter geräumt werden und ob sie sich auf dem Fahrrad sicher fühlen.Für Chemnitz haben 527 Männer und Frauen ihre Stimme abgegeben.

Die Ergebnisse

Eine gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums und der Fakt, das Ziele zügig per Rad erreichbar sind, stehen den negativen Punkten "kaum Winterdienst auf Radwegen" und "zu wenig Werbung für das Radfahren" gegenüber. In der Gesamtwertung kommt Chemnitz auf Platz 14 von 39 und liegt damit vor Dresden (Platz 25) und direkt hinter München (Platz 13).

"Platz 14 ist gut, aber kein Grund sich auszuruhen", sagt Thomas Lörinczy, stellvertretender Vorsitzender des ADFC Chemnitz. In der Stadt werde nach wie vor wenig in ein fahrradfreundliches Klima investiert. "Radler fühlen sich hier nicht wirklich willkommen", sagt er. Radfahrer gehörten auch immer noch nicht zum Alltagsbild des Straßenverkehrs, sondern würden vielmehr als Ausnahme oder Extrem angesehen.

Strecken müssen ausgebaut werden

Was das Streckennetz betrifft, so gebe es laut Lörinczy ebenfalls noch viel zu tun. "Viele Strecken sind für Radfahrer überhaupt nicht bedacht", kritisiert er. Wie komme man zum Beispiel von Chemnitz nach Flöha, Frankenberg oder Niederwiesa? Etliche Radwege fehlen demnach und wenn es welche gibt, hapere es oft an einer Durchgängigkeit und an sinnvoller Beschilderung. "Im Reitbahnviertel wurde das hingegen gut gelöst. Sowas wünschen wir uns auch für andere Bereiche", so Lörinczy.