Regional statt Fitnesskette: Wie ein Chemnitzer Studio auf Gemeinschaft setzt

Während neue Studios in der Region eröffnen, setzt FittiCO auf Gemeinschaft, persönliche Betreuung und ein ungewöhnliches Angebot für ältere Menschen. Studioleiter Fabian erklärt, warum Training im Alter wichtiger ist als große Bizeps.

Chemnitz

In der Chemnitzer Fitnesslandschaft bewegt sich derzeit einiges. Neue Studios eröffnen, große Ketten expandieren und versuchen, mit günstigen Preisen und langen Öffnungszeiten neue Mitglieder zu gewinnen. Mitten in dieser Entwicklung positioniert sich das FittiCO auf der Reichsstraße 1a als regionales Fitnessstudio, das bewusst einen anderen Weg einschlägt. Die Geschichte des Studios reicht bereits mehr als zehn Jahre zurück. Ursprünglich entstand der Standort aus einer Fitnesskette heraus. Mit der Zeit entwickelte sich daraus jedoch ein eigenständiges Konzept mit Standorten in Dresden und Chemnitz. Seitdem hat sich nicht nur das Studio selbst verändert, sondern auch die Community rund um das Training.

Heute gehören zahlreiche Livekurse, Rehakurse und ein großes Trainerteam zum festen Bestandteil des Angebots. Besonders wichtig sei dabei die persönliche Betreuung der Mitglieder, erklärt Studioleiter Fabian.

Trotz neuer Konkurrenz besteht kein Konkurrenzdruck

Dass sich die Fitnessbranche in der Region verändert, wird auch im FittiCO registriert. Neue Studios eröffnen regelmäßig, und der Wettbewerb um Mitglieder wächst. Dennoch blickt man gelassen im Studio auf diese Entwicklung.

„Wir haben Mitbewerber, aber keine Konkurrenten“
Fabian

Viele große Studios funktionierten nach einem ähnlichen Prinzip. Man komme hinein, trainiere und gehe anschließend wieder nach Hause. Das sei ein Konzept, das für viele Menschen funktioniere, erklärt der Studioleiter. Gleichzeitig wolle man aber im FittiCO bewusst eine andere Atmosphäre schaffen.

Der Mensch steht im Mittelpunkt

Der entscheidende Unterschied liege im Selbstverständnis des Studios. Während viele Fitnessangebote vor allem auf Geräte oder auf äußere Fitnessziele ausgerichtet seien, gehe es im FittiCO stärker um persönliche Betreuung und Gemeinschaft.

„Der Mensch steht bei uns im Vordergrund“
FabianStudioleiter

Gerade als regionales und inhabergeführtes Studio habe man die Möglichkeit, stärker auf einzelne Mitglieder einzugehen. Viele Trainierende kennen sich untereinander, und auch das Trainerteam ist für viele Besucher ein vertrauter Ansprechpartner geworden. Diese familiäre Atmosphäre sei für viele Mitglieder ein Grund, langfristig im Studio zu bleiben.

Warum FittiCO bewusst nicht rund um die Uhr öffnet

Ein Unterschied zu vielen großen Studios zeigt sich auch bei den Öffnungszeiten. Während zahlreiche Fitnessketten mittlerweile rund um die Uhr geöffnet sind, hat sich das FittiCO bewusst dagegen entschieden. Der Grund liegt in der Betreuung der Mitglieder. Wer trainiert, soll auch Ansprechpartner vor Ort haben, die bei Fragen helfen oder Übungen erklären können. Gerade für Einsteiger oder ältere Mitglieder sei das entscheidend. Ohne Anleitung könne Training schnell zu falschen Bewegungen oder Überlastung führen. Trainer sollen deshalb jederzeit erreichbar sein und die Mitglieder aktiv begleiten.

Der Rentner-Rabatt als ungewöhnlicher Schwerpunkt

Besondere Aufmerksamkeit erhält derzeit ein Angebot, das in Fitnessstudios eher selten im Mittelpunkt steht. Seit August 2025 bietet das FittiCO einen speziellen Rentner-Rabatt an. Die Idee dahinter ist Teil eines größeren Gedankens. Ziel sei es, möglichst vielen Menschen Zugang zum Training zu ermöglichen. „Grundsätzlich versuchen wir allen Menschen Sport zu ermöglichen“, führt der Studioleiter fort.

Neben Studenten, Auszubildenden oder Menschen mit geringem Einkommen richtet sich das Angebot deshalb auch gezielt an ältere Menschen. Viele Senioren hätten eine hohe Hemmschwelle, ein Fitnessstudio zu betreten. Unsicherheit über Geräte, Übungen oder Trainingspläne spiele dabei häufig eine Rolle. Dabei möchte das Studio diese Barrieren bewusst abbauen und den Einstieg erleichtern.

Warum Training im Alter so wichtig ist

Für Fabian hat Fitness im Alter vor allem gesundheitliche Bedeutung. Anders als bei vielen jüngeren Trainierenden gehe es hier weniger um optische Ziele.

„Es geht weniger um die Optik, sondern darum, im Alltag besser zurechtzukommen“

Krafttraining könne im Alter dabei helfen, beweglicher zu bleiben und alltägliche Aufgaben leichter zu bewältigen. Einkäufe tragen, sich nach oben strecken oder eine aufrechte Haltung bewahren – all das könne durch gezieltes Training unterstützt werden. Auch Rückenprobleme oder eingeschränkte Beweglichkeit ließen sich häufig verbessern. Voraussetzung sei jedoch ein Trainingsplan, der individuell angepasst wird.

Individuelle Betreuung statt Standardplan

Im FittiCO setzt man deshalb bewusst auf persönliche Betreuung. Das Trainerteam besteht aus verschiedenen Spezialisten mit unterschiedlichen Schwerpunkten – von Rehasport über funktionales Training bis hin zu Bodybuilding oder Ausdauertraining. Viele Trainer verfügen über eine Rehasport-Lizenz und können Trainingspläne entsprechend anpassen. So lässt sich das Training individuell auf Alter, Fitnesslevel oder gesundheitliche Einschränkungen abstimmen.

Gerade für ältere Mitglieder sei diese persönliche Betreuung besonders wichtig. Während junge Anfänger kleinere Trainingsfehler oft besser verkraften, könnten falsche Bewegungen im höheren Alter schneller zu Problemen führen.

Geschichten, die im Studio entstehen

Besonders stolz ist Fabian auf die persönlichen Geschichten, die im Studio entstehen. Viele Mitglieder begleiten das Studio über Jahre hinweg und entwickeln sich gemeinsam mit ihrem Training weiter. Ein Beispiel ist Hella. Sie ist 92 Jahre alt und kommt jede Woche zweimal ins Studio. Neben dem Rehasport trainiert sie auch an den Geräten und beeindruckt damit sowohl Trainer als auch andere Mitglieder. „Sie hat eine unglaubliche Disziplin und Lebensenergie“, berichtet Fabian voller Stolz. Auch solche Beispiele zeigen, dass Fitness kein Thema ist, das nur junge Menschen betrifft.

Wenn Training zum emotionalen Erlebnis wird

Manchmal entstehen im Studio auch besonders emotionale Momente. Ein Erlebnis ist Fabian bis heute besonders im Gedächtnis geblieben. Ein Ehepaar trainierte mehrere Monate intensiv, um sich auf ihre Hochzeit vorzubereiten. Gemeinsam arbeiteten sie daran, fitter zu werden und Gewicht zu verlieren. Später zeigten sie ihm stolz ihre Hochzeitsfotos. Das Paar war unglaublich stolz auf ihre Entwicklung und Fabian auch. Solche Geschichten seien für ihn der eigentliche Grund, warum er sich für den Beruf des Fitnesstrainers damals entschieden habe.

Ein Fitnessstudio als Treffpunkt der Community

Auch in Zukunft soll das Studio mehr sein als nur ein Ort zum Trainieren. Geplant sind verschiedene Aktionen und Kooperationen mit regionalen Partnern. Dazu gehören etwa gemeinsame Fahrradtouren, Yoga-Angebote im Sommer oder Veranstaltungen in der Stadt. Auch Kooperationen mit lokalen Unternehmen und Initiativen sollen weiter ausgebaut werden. Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, an dem sich Menschen begegnen und gemeinsam aktiv werden.

Ein Ort für alle Generationen

Die Mitgliederstruktur im Studio ist vielfältig. Besonders häufig trainieren derzeit Menschen zwischen 30 und 50 Jahren, doch auch Studenten und ältere Mitglieder gehören selbstverständlich dazu. Gerade der wachsende Anteil älterer Trainierender zeigt, dass Fitness längst kein Thema mehr nur für junge Menschen ist. Mit Angeboten wie dem Rentner-Rabatt, Rehasportkursen und persönlicher Betreuung möchte das Studio diesen Trend weiter unterstützen. Denn eines gilt im FittiCO für alle Generationen gleichermaßen. Bewegung kennt kein Alter.

Mehr Informationen zu den Kursen, Verträgen und zum Studio gibt es auf der Website vom FittiCO.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Auch interessant für dich