Reh im Pool, Kochen auf dem Gehweg: Das waren die ungewöhnlichsten Polizeieinsätze 2019

Blaulicht Pressestelle Polizei Chemnitz trägt Fälle zusammen

Auch im Jahr 2019 wurden die Beamtinnen und Beamten der Polizeidirektion Chemnitz mit Einsätzen konfrontiert, die nicht alltäglich sind. Eine ganze Reihe Meldungen an die Polizei entpuppten sich bei der Überprüfung ganz anders gelagert als zunächst gedacht. Nicht selten zeigte sich auch ein Schmunzeln im Gesicht der Einsatzkräfte. Einige skurrile und ungewöhnliche Einsätze hat die Pressestelle der Polizeidirektion Chemnitz nun noch einmal zusammengetragen.

 

Aber die Polizei warnt: "Auch wenn sich einige der hier geschilderten Einsätze bei der Überprüfung als völlig harmlos herausstellten oder gänzlich anders als in der Erstmeldung geschildert, sollte niemand zögern ungewöhnliche und verdächtige Beobachtungen der Polizei mitzuteilen."

 

 

 

Ominöse Kriminalfälle: Nächtliches Blumengießen

 

Zu Beginn des Jahres meldeten Anwohner im Chemnitzer Ortsteil Altendorf, dass sich eine junge Frau mit einem Seil auf einem Hausdach befindet. Eine Gefahr konnten die eingesetzten Beamten schnell ausschließen. Die junge Frau war die Schornsteinfegerin, die mit ihrer Ausrüstung ihrem Tagwerk nachging.

 

Großen Gefallen an seinem Faschingskostüm hatte offenbar ein sechsjähriger Junge im März in Burgstädt. Auch wenn der Aschermittwoch schon einige Tage zurück lag, war der Junge in einem Polizei-Kostüm unterwegs und ging in einem Geschäft allein "auf Streife". Die großen Ordnungshüter brachten den "kleinen Kollegen" schließlich wieder nach Hause. Noch müssen zwar einige Jahre ins Land gehen, aber wer schon so frühzeitig reges Interesse am Polizeiberuf hat, sollte die Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bei der sächsischen Polizei im Auge behalten.

 

Im Juni waren eine Stunde vor Mitternacht einer Busfahrerin mehrere Personen mit Taschenlampen vor einem Geschäft in Döbeln aufgefallen. Die alarmierten Beamten trafen vor Ort aber nicht auf Einbrecher, wie vermutet. Vielmehr hatte der Geschäftsinhaber die Blumen im Außenbereich gegossen und dabei eine Stirnlampe aufgesetzt.

 

 

Natürliches und Menschliches: Kochen auf dem Gehweg

Über eine regungslose Person auf dem Balkon auf dem Chemnitzer Sonnenberg war die Polizei an einem Mittag im Juni informiert worden. Dem Verdacht der Hilflosigkeit nachgehend, trafen die Beamten auf die Mieterin der betreffenden Dachgeschosswohnung. Sie hatte sich nach der Nachtschicht auf dem Balkon zum Schlafen gelegt, da dort noch die kühle Nachtluft erholsamen Schlaf versprach.

 

90 Minuten nach Mitternacht wurden Polizisten im Juni in die Scheffelstraße in Chemnitz-Helbersdorf gerufen, da ein Mann auf dem Gehweg ein Feuer entfacht hatte. Ein junger Mann hatte dort tatsächlich Spiritus entzündet - um sich einen Fisch zu garen. Seine sichtliche Alkoholisierung hatte ihn offenbar den Unterschied zwischen dem Gehweg und der Küche nicht erkennen lassen.

 

 

Verdächtige Geräusche: Ein aufregendes Kartenspiel

 

Wegen einer Ruhestörung durch Möbelrücken waren Beamte im Januar in einer Wohnung in Döbeln im Einsatz. Vor Ort stellte sich heraus, dass drei Damen Karten gespielt hatten. Welches aufregende Spiel jedoch zu derartigen Geräuschen geführt hatte, ist leider nicht bekannt.

 

Tierisches: Reh im Pool

Ein Reh im Pool ließ die Polizei im Juli in Döbeln zum Einsatz kommen. Da das Tier von selbst den Beckenrand nicht erklimmen konnte, lieh sich einer der Polizisten eine Badehose, sprang ins Wasser und brachte das Reh an Land. Unverletzt suchte es sofort das Weite. Sein Dank ist unserem Kollegen sicher dennoch gewiss.

 

Ein Gully wurde im Juni in Annaberg einigen Entenküken zum Verhängnis. Sie waren in den Abfluss gefallen und kamen aus eigener Kraft nicht wieder heraus. Die Entenmama konnte ihrem Nachwuchs auch nicht helfen und war entsprechend aufgebracht. Der Anrufer hatte schon einige Küken befreien können. Für zwei war jedoch weitere Hilfe nötig. Da auch die Polizisten den Gully nicht heben konnten, kam letztlich die Feuerwehr zum Einsatz und die Küken wurden gerettet. Die Entenmama hatte jedoch mit den Geschwistern schon das Weite gesucht, sodass die Küken zunächst im Tierheim unterkamen.