„Rettet unser Schauspiel- und Figurentheater“: Neue Petition macht in Chemnitz Druck auf die Politik

Knapp 4000 Menschen haben bereits unterschrieben. Die Chemnitzer Volksbühne kämpft für den Erhalt eines eigenständigen Schauspiel- und Figurentheaters.

Chemnitz

Nach der ersten Petition von Viadukt e. V. und Stadtforum Chemnitz gibt es aktuell eine weitere Initiative zum Erhalt des Chemnitzer Schauspielhauses. Seit dem 6. Mai läuft die Online-Petition des Chemnitzer Volksbühne e.V. unter dem Titel „Rettet unser Schauspiel- und Figurentheater“. Bis zum 21. Mai können Unterstützer noch unterschreiben.

Fokus: Eigenen Standort erhalten

Im Mittelpunkt steht die Forderung, Schauspiel und Figurentheater dauerhaft an einem eigenen Standort zu erhalten und nicht im Opernhaus zu bündeln. Aktuell haben bereits knapp 4000 Menschen ihre Stimme abgegeben.

Sorge um kulturelle Vielfalt in Chemnitz

Die Petition formuliert deutliche Kritik an Überlegungen, künftig mehrere Theater-Sparten im Opernhaus zusammenzuführen. Die Initiatoren warnen davor, dass dadurch die kulturelle Vielfalt der Theater Chemnitz massiv eingeschränkt würde. In der Begründung heißt es unter anderem, dass Schauspiel und Figurentheater entscheidend zur Identität des Chemnitzer Fünfspartentheaters beitragen.

Einschnitte bei Angeboten und Projekten befürchtet

Außerdem befürchten die Unterstützer Einschnitte bei Inszenierungen, Festivals sowie Angeboten für Kinder und Jugendliche. Auch Formate wie die Schultheaterwochen oder theaterpädagogische Projekte könnten nach Ansicht der Initiatoren wegfallen.

Diskussion um Zukunft des Schauspielhauses spitzt sich zu

Hintergrund der Debatte sind die stark gestiegenen Kosten für die Zukunft des Schauspielstandorts. Für die Sanierung und Erweiterung des Schauspielhauses an der Zieschestraße werden inzwischen rund 69 Millionen Euro veranschlagt. Die ursprüngliche Schätzung lag bei etwa 34 Millionen Euro. Als Alternative wird derzeit eine dauerhafte Lösung am Spinnbau diskutiert. Dort spielen Schauspiel und Figurentheater bereits seit 2022 in einer Interimsspielstätte. Für einen Ausbau des Standorts werden aktuell rund 56 Millionen Euro kalkuliert.

Theaterleitung warnte bereits vor Bündelung im Opernhaus

Zusätzliche Brisanz bekam die Diskussion zuletzt durch Überlegungen aus Teilen des Stadtrats, alle Theater-Sparten langfristig im Opernhaus zu konzentrieren. Die Theaterleitung reagierte darauf mit scharfer Kritik und warnte vor einer Halbierung des Spielbetriebs sowie massiven Einschränkungen bei kulturellen Bildungsangeboten und Festivals. Viele dieser Argumente finden sich nun auch in der neuen Petition wieder.

Schauspielhaus gilt als wichtiger Kulturort

Das 1980 eröffnete Schauspielhaus gilt als bedeutender Theaterbau der Ostmoderne und steht inzwischen unter Denkmalschutz. Die Petition fordert deshalb ausdrücklich, das Gebäude als kulturellen und historischen Ort zu erhalten und weiterzuentwickeln – auch mit Blick auf das Erbe der Kulturhauptstadt Europas 2025. Die Initiatoren appellieren nun an die Stadträtinnen und Stadträte, eine langfristige Lösung für Schauspiel und Figurentheater zu schaffen und dem Theater Planungssicherheit zu geben.

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