Riestern? Ja, aber welche Variante ist am Ende wirklich interessant?

Die Riester-Rente bietet die Möglichkeit, staatlich gefördert die eigene Altersvorsorge voranzutreiben. Doch welche Produkte eignen sich am Ende wirklich?

Welche Riesterrente zahlt sich wirklich aus?

Altersarmut - ein Schreckgespenst, welches viele Erwerbstätige besorgt. Bei der Suche nach passenden Lösungen richtet sich der Blick schnell auf die Riesterrente. In den Jahren nach der Markteinführung kometenhaft aufgestiegen, hat die staatlich geförderte Altersvorsorge viel Kritik einstecken müssen. Laut BMAS stagnieren die Zahlen bei den abgeschlossenen Verträgen aktuell.

Wer sich für die Zulagenförderung interessiert, darf nicht einfach die erstbeste Riesterrente abschließen. Ohne den Blick auf die Rahmenbedingungen und ins Kleingedruckte drohen Überraschungen. Haushalte, die alles richtig machen wollen, müssen sich zudem die Tarife genau ansehen. Es gibt inzwischen einige erhebliche Unterschiede bei dieser Form der Altersvorsorge. Doch welche Riester Rentenform ist die Beste und was ist bei der Produktauswahl zu beachten?

Die Riester-Varianten im Überblick

1. Klassische Riester-Verträge

Die klassischen Riester-Verträge basieren auf dem Prinzip der Leibrenten. Sprich über den Abschluss eines solchen Vertrags erwerben sich Versicherte den Anspruch auf eine Rentenzahlung bis zum Tod. Gekoppelt werden kann diese Vertragsform mit einem Hinterbliebenenschutz, welcher beispielsweise in Form einer Rentengarantiezeit ausgestaltet sein kann.

Zu den Stärken der Riester-Rentenverträge gehören die hohen Sicherheitsstandards. Aufgrund rechtlicher Vorgaben sind die Anbieter, wie:

  • Versicherer
  • Banken
  • Sparkassen

verpflichtet, Kundengelder in festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen) sowie Immobilien und Aktien zu bestimmten Höchstanteilen zu investieren. Aktien dürfen einen bestimmten Prozentsatz nicht überschreiten. Ein zweites Problem sind die vergleichsweise hohen Kosten, welche mit den Verträgen in Verbindung stehen. Gerade in den Anfangsjahren sind die Sparraten eher gering.

2. Fondsgebundene Riester-Policen

Das Setzen auf festverzinsliche Wertpapiere hat einen Vorteil: Sicherheit. Wer als Riester-Sparer auf ein niedriges Verlustrisiko setzt, ist bei den Rentenversicherungen mit Garantiezins besser aufgehoben. Geht es ihnen dagegen eher um eine höhere Rendite, sind andere Riester-Produkte ins Auge zu fassen.

Fondsgebundene Policen investieren einen erheblichen Anteil des Kapitals in Fonds. Hierdurch erreichen Riester-Sparer eine deutlich höhere Rendite. Entscheidend für die Performance - und was am Ende als Ertrag herauskommt - ist die Fondsauswahl.

Grundlegend muss jedem Anleger an dieser Stelle klar sein, dass im Bereich der fondsgebundenen Tarife der Versicherte immer das Risiko trägt. Anders als für die klassische Rentenversicherung übernehmen die Anbieter hier auch keine Garantie für Erträge aus dem Riester-Vertrag. Wichtig ist, die Fondsauswahl vorab zu checken.

Zu den Features einer fondsgebundenen Riesterrente gehört meist auch die Möglichkeit, Fonds zu wechseln und Kapital entsprechend umzuschichten. Wie gut das Produkt Riesterrente an dieser Stelle am Ende abschneidet, ist immer eine Frage des Fondsangebots.

3. Index-Policen

Index-Verträge sind im Bereich der Riesterrente noch recht neu. Es handelt sich um den Versuch, negative Trends im Neugeschäft umzukehren. Immer wieder wurde in der Vergangenheit bemängelt, dass Riester-Verträge zu schlecht performen. Bei den Index-Policen werden von Anbietern hinsichtlich der Garantizusagen nur noch die gesetzlichen Mindeststandards erfüllt.

Auf der anderen Seite fließen Überschüsse in Aktienbeteiligungen an bestimmten Aktienindizes. Hierdurch soll dem Versicherten eine sehr viel höhere Rendite entstehen. Die Garantien beziehen sich im Regelfall nur auf das eingezahlte Kapital. Was diese Form der Riester-Rente riskant macht: Es lässt sich nicht vorhersagen, wie sich die Kapitalmärkte entwickeln. Riester-Sparer müssen unbedingt im Auge behalten, auf welche Märkte bzw. Indizes sich die Anbieter dieser Tarife fokussieren.

Beim Riestern immer auf die Verträge achten!

Private Altersvorsorge ist in den letzten 20 Jahren zunehmend wichtiger geworden. Viele Erwerbstätige fragen sich zurecht, wie sie im Alter finanziell dastehen werden. Im Rahmen der Rentenreformen hat der Gesetzgeber Möglichkeiten geschaffen, sich um die eigene Absicherung zu kümmern. Ein Standbein ist die staatliche geförderte Riesterrente. In den zurückliegenden Jahren hat diese viel Kritik einstecken müssen. Wichtig ist, sich nicht einfach blind auf Äußerungen aus der Finanzbranche zu verlassen.

Es haben sich verschiedene Tarifmodelle entwickelt, die unterschiedliche Stärken und Schwächen haben - was Rendite, Sicherheit und Kosten anbelangt. Interessenten müssen sich fragen, was wichtig ist. Geht es um Rendite, sind Fonds- und Index-Verträge zu checken. Sicherheit mit umfassenden Garantiezusagen bieten die klassischen Riester-Produkte.