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Rissa: "Das ist alles Geometrie"

Kunst Kunstsammlungen zeigen Werke der Rabensteinerin Rissa

"Manchmal denke ich, ich bin stinkefaul", sagte die Künstlerin RISSA gestern: "In meinen produktivsten Jahren habe ich gerade sechs Bilder gemalt, in manchen aber auch nur drei." Trotzdem ist eine erkleckliche Zahl an Werken zusammengekommen, die die Kunstsammlungen Chemnitz von heute an ausstellen. Immerhin ist RISSA ja auch schon 80 Jahre alt, die gezeigten Bilder stammen aus fünf Jahrzehnten.

Wer steckt hinter RISSA?

Geboren wurde sie als Karin Martin 1938 in Rabenstein, erlebte ihre Kindheit zunächst in Chemnitz. Kriegsbedingt zog die Familie nach Schlesien, später erlebte RISSA die Bombardierung Dresdens mit. 1953 zog die Familie in den Westen Deutschlands - erst nach der politischen Wende kehrte RISSA nach Chemnitz zurück.

In der Zwischenzeit war sie zur angesehenen Künstlerin und Kunstprofessorin geworden, inspiriert durch die Zusammenarbeit mit ihrem Mann K.O. Götz. "Sie hat eine sehr eigenwillige künstlerische Position entwickelt, die steht völlig singulär in der westdeutschen Nachkriegskunst", so Kunstsammlungschef Frédéric Bußmann. Ihre Bilder sind farbenfroh, gegenständlich und doch aufs stärkste abstrahiert. "Das ist alles Geometrie", erläutert die Künstlerin, wie sich Gesichter, Körper, Kleidungsstücke bei ihr formen. Das mache den Entstehungsprozess so langwierig.

Mit politischer Botschaft

Regelmäßig lassen sich ihre Bilder auch als Kommentare zum politischen Zeitgeschehen lesen - sei es in den 1960er Jahren als Reaktion auf die Rassenunruhen in den USA oder als Beitrag zur feministischen Bewegung, sei es in den 1990ern als Kommentar zur Wiedervereinigung oder zum Golfkrieg. Manche wirken, als seien sie auf heutige Diskussionen bezogen - und sind doch schon 20 oder 30 Jahre alt. Große Kunst also, die im Museum am Theaterplatz bis zum 16. September gezeigt wird.



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