Risse im Familienidyll

Theater "Einsame Menschen" im Schauspielhaus zu sehen

Mit "Einsame Menschen" bringen die Theater Chemnitz am 23. Februar um 19.30 Uhr ein Stück auf die Bühne des Schauspielhauses, das ein eher unbekanntes Werk von Gerhart Hauptmann ist. Im Mittelpunkt der Handlung steht das junge Ehepaar Johannes und Käthe Vockerat, gespielt von Jan Gerrit Brüggemann und Magda Decker. Das Glück scheint perfekt, als der langersehnte Sohn geboren wird. Doch schnell werden Risse im Familienidyll sichtbar. Der Gelehrte Johannes entfremdet sich mehr und mehr von Frau und Kind und wendet sich einer jungen, emanzipierten Studentin zu. Zwischen beiden entsteht eine intensive Beziehung, die schließlich den Familienzusammenhalt im Hause Vockerat bedroht.

Ein Darma aus dem 19 Jahrhundert

"Hauptmann schrieb das Drama 1891 in einer Zeit des industriellen und kulturellen Wandels, in der gesellschaftliche Positionen und soziale Systeme im Um- und Aufbruch waren. Die damit verbundene Verunsicherung und notwendige Neuorientierung untersucht der Autor im Kern einer Familie. Und weil die Familie der engste Bezugskreis ist, tritt in ihr die Entstehung von Einsamkeit und Sprachlosigkeit, die wachsende Entfremdung umso schmerzlicher zu Tage", so die Theater Chemnitz.