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"Sachsen hat keinen Plan"

Flüchtlinge OB Barbara Ludwig kritisiert Konzept des Freistaates - ehemaliger Baumarkt im Fokus

"Sachsen hat keinen Plan, damit umzugehen." Diese deutlichen Worte fand gestern Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig in Hinblick auf das Unterbringungskonzept von Flüchtlingen der Landesregierung. "Derzeit wird jedes Gebäude angemietet, was ein Dach hat und von privaten Eigentümern angeboten wird. Warum nutzt der Freistaat anstelle von Baumärkten seine eigenen Liegenschaften und Gebäude nicht, um eine menschenwürdige Unterbringung zu organisieren?", fragt sich das Stadtoberhaupt. Grund für die Kritik sind die Pläne, 600 Flüchtlinge im ehemaligen Praktiker-Baumarkt an der Werner-Seelenbinder-Straße unterzubringen. "Gerade dort, wo die Stadt Chemnitz in unmittelbarer Nähe die ihr zugewiesenen Flüchtlinge zum Teil in einer Gemeinschaftsunterkunft unterbringen will", so Ludwig weiter. "Mit einem Unterschied, der uns als Kommune wichtig ist: Wir arbeiten nach einem Unterbringungs- und Betreuungskonzept." Das heißt, zwei Drittel der Flüchtlinge werden in Wohnungen untergebracht. Gemeinschaftsunterkünfte sollen bewusst nicht mehr als 150 Plätze haben. (BLICK berichtete) Ludwig: "Alle Standorte sind sensibel ausgewählt, es wird zuvor informiert, Anwohnerversammlungen werden geplant. Was hat das Bemühen für einen Sinn, wenn der Freistaat genau in diesem Gebiet in einem Baumarkt rund 600 Flüchtlinge unter unwürdigen Bedingungen unterbringt? Was sind der Kabinettsbeschluss und damit die Aussagen der Landesregierung wert, die gerade einmal eine Woche alt sind? Hier geht jede Glaubwürdigkeit verloren."



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