Sachsen wünschen sich mehr Industrie

Studie IHK sieht Industriefreundlichkeit - solange Unternehmen Abstand halten

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Foto: Dirk Baltrusch/Getty Images

Wann immer Industrieunternehmen in der Stadt ihre Tore öffnen - die Chemnitzer stehen Schlange, um hineinzuschauen. So verwundert es nicht, was die Industrie- und Handelskammer Chemnitz jetzt in einer Studie herausgefunden hat: Die Sachsen wünschen sich mehr Industrie. 95 Prozent der Befragten wollen, dass die vorhandene Industrie erhalten bleibt. 93 Prozent wollen, dass weitere Ansiedlungsmöglichkeiten geschaffen werden. Und 90 Prozent wollen einen Ausbau neuer High-Tech-Industrien. Mit Industrieunternehmen verbinden die Sachsen in überwiegender Mehrheit Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie Fortschritt.

"Von diesem sehr positiven Gesamtbild waren wir doch überrascht", erklärt Christoph Neuberg, Geschäftsführer Industrie und Außenhandel bei der IHK Chemnitz. Allerdings beinhaltet die Studie auch einen Wermutstropfen: Je näher Industrieunternehmen dem eigenen Wohnumfeld kommen, desto mehr wächst die Abneigung dagegen. So stimmten in der Studie fast 40 Prozent der Aussage zu, dass sie gegen Neuansiedlungen von Unternehmen in der direkten Wohnnähe protestieren würden - das typische "Nicht vor meiner Haustür"-Phänomen.

Christoph Neuberg vermutet, dass dies in vielen Fällen noch mit einem etwas veralteten Bild von Industrie zusammenhänge, das von rauchenden Schloten und Lärm geprägt ist. Deshalb will die IHK Chemnitz in den kommenden Monaten verstärkt den Wandel in der Industrie kommunizieren - und zu noch mehr Transparenz über Neuansiedlungen und Aktivitäten bestehender Unternehmen beitragen. Befragt wurden in der Studie 750 Menschen zwischen 18 und 74 Jahren in Sachsen.