Sachsens Maschinenbauer auf der Überholspur

Industrie Gesamtumsatz 2019 erneut gestiegen - Verband rechnet für 2020 mit verhaltener Entwicklung

Sachsen. 

Allen Handelshemmnissen zum Trotz haben die sächsischen Maschinen- und Anlagenbauer 2019 ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Der Gesamtumsatz kletterte sogar auf den bisher höchsten Wert. Das geht aus den Daten des Statistischen Landesamtes für Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern hervor. Demnach verkauften die 208 sächsischen Betriebe Maschinen, Anlagen und Komponenten im Wert von etwa 8,3 Milliarden Euro.

Vorjahresergebnisse übertroffen

Im Vergleich zu 2018 steigerten sie ihren Gesamtumsatz um 2,4 Prozent beziehungsweise 200 Millionen Euro. Die sächsischen Maschinenbauer behaupteten mit diesem neuen Umsatzrekord zugleich ihre führende Position in Ostdeutschland. Auf Rang zwei und drei folgen mit deutlichem Abstand Thüringen und Sachsen-Anhalt. "Wir hatten aufgrund der geopolitischen Krisen, der Handelsturbulenzen und des Strukturwandels in der Automobilindustrie für das Jahr 2019 mit einem verlangsamten Wachstum gerechnet. Dass das starke Vorjahresergebnis nun tatsächlich übertroffen wurde, lag vor allem am Jahresendspurt", sagt Oliver Köhn, Geschäftsführer des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V.) Ost. Die Beschäftigungskurve zeigte außerdem zum neunten Mal in Folge nach oben. Im Vergleich zu 2010 ist die Zahl der Mitarbeiter um ein Viertel - auf 36.000 Beschäftigte - gestiegen.

Aussichten

Zuletzt fanden Mitte der 1990er Jahre mehr Menschen ihre berufliche Heimat im sächsischen Maschinenbau. "Infolge der Konjunkturdelle ist der Arbeitskräftemangel nicht mehr das größte Produktionshindernis. Vom Tisch ist das Problem jedoch nicht. Nach wie vor haben viele Betriebe Schwierigkeiten, offene Stellen reibungslos mit geeigneten Facharbeitern, Ingenieuren, Führungskräften oder Auszubildenden zu besetzen", betont Köhn. Die Aussichten für 2020 bewertet der Verband derzeit nur vorsichtig optimistisch. Ein nicht vorhersehbares Risiko seien die geopolitischen Krisen und internationalen Handelsstreitigkeiten.