Sächsischer Verfassungsschutzbericht erwähnt "#WirSindMehr"-Konzert unter "Linksextremismus"

Bericht Linksextremistische Musikszene unterscheide sich deutlich von rechtsextremistischer

Am gestrigen Dienstag, den 14. Mai, stellte der Sächsische Verfassungsschutz den Bericht von 2018 vor. Dabei sorgte die Erwähnung des "#WirSindMehr"-Konzertes, das am 3. September 2018 in Chemnitz stattfand, für viel Aufruhr. Das Konzert wird hauptsächlich unter dem Kapitel "Linksextremismus" und dessen Unterkapitel "Linksextremistische Musikszene" erwähnt.

 

Bands nutzen Veranstaltungen als Bühne für politische Ideen

Laut des Berichts ist letztere sehr unterschiedlich zur rechtsextremistischen Musikszene. Es heißt: "Während rechtsextremistische Musikveranstaltungen und deren Akteure gesellschaftlich geächtet und deshalb szeneinterne Veranstaltungen sind, müssen linksextremistische Musikgruppen weniger mit gesellschaftlicher Ausgrenzung rechnen. Häufig finden Musikveranstaltungen mit aktiver Beteiligung von Linksextremisten - ob als auftretende Künstler oder als Veranstalter - in öffentlichen Einrichtungen statt oder werden als große Musik-Festivals unter freiem Himmel durchgeführt." Dabei würde es linksextremistischen Gruppen gelingen, nichtextremistische Veranstaltungen durch ihren Auftritt und der Vermittlung politischer Ideen stark zu beeinflussen.

Auch in Bezug auf das Chemnitzer Konzert wird dies im Bericht deutlich. Bands wie "Feine Sahne Fischfilet" und "K.I.Z." konnten laut Bericht sowohl durch Redebeiträge, als auch durch ihren eigentlichen Auftritt, das Publikum zu Aufrufen wie "Alerta, Alerta Antifacista!" animieren. Hier wird allerdings betont, dass es sich laut Verfassungsschutz bei dem zirka 64.000 großen Publikum in Chemnitz um überwiegend "nichtextremistische Besucher" gehandelt habe.

 

Die alljährlich veröffentlichten Verfassungsschutzberichte, sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene, sollen über verfassungsfeindliche Bestrebungen und Entwicklungen aufklären.