Saisonprognose für den Chemnitzer FC: 60 plus X Punkte sind Anspruch & Ansporn zugleich!

Die Himmelblauen haben eine starke Vorbereitung absolviert, die allerdings mit einer verpatzten Generalprobe endete. Gegen die zweite Mannschaft von Greuther Fürth verlor die Duda-Elf. Dessen ungeachtet ist der CFC mit seinem erfahrenen sowie talentierten Kader in der Lage, diesmal die Spitzenplätze in der Regionalliga-Nordost zu attackieren.

Chemnitz

Der Chemnitzer FC hat die vergangene Spielzeit auf dem siebten Platz (51 Punkte, 14 Siege, 9 Unentschieden, 11 Niederlagen, 56:52 Tore) beendet. Für CFC-Trainer Benjamin Duda war es das zweite Jahr bei den Himmelblauen. Auffällig war in diesem vor allem, dass seine Schützlinge mit den Teams aus der Spitzengruppe besser zurechtkamen als mit denen aus dem Tabellenkeller. Aufgrund der vielen Gegentore wurden erfahrene Defensivspieler und ein neuer Schlussmann verpflichtet. Zudem hat der CFC mit Dejan Bozic, welcher zu den Stuttgarter Kickers gewechselt ist, seinen besten Torschützen verloren.

Wer schließt diese Lücke? Jonas Marx hat sich in fünf Spielen - unter anderem erzielte der 21-jährige Stürmer zwei Treffer gegen den Hainichener FV Blau-Gelb 1946 (13:0) - als Torschütze ausgezeichnet und sich dabei mit ordentlichen Leistungen angeboten.

Neue Wucht & noch mehr Tempo für die Offensive

Der neue Mann im Sturmzentrum ist allerdings Ron Berlinski (93 Spiele in der 3. Liga und 52 in der Regionalliga-Südwest). Der 31-jährige Neuzugang von den Kickers aus Offenbach steuerte sowohl gegen den HFC Colditz (6:1) als auch gegen den Regionalliga-Bayern-Vertreter SpVgg Unterhaching einen Doppelpack bei. Mit Maximilian Fesser (44 Spiele in Regionalligen) haben sich die Himmelblauen zudem einen pfeilschnellen Flügelflitzer von der SpVgg Bayreuth geangelt. Der 24-jährige Offensivspieler überzeugte besonders mit Vorlagen. Unter anderem bereitete er gegen den Bundesligisten 1. FC Union Berlin (1:1) den Ausgleich von Marx mustergültig vor; gegen den 1. FC Schweinfurt (4:0) und Unterhaching zeichnete sich Fesser selbst als Torschütze aus.

CFC-Kapitäne mit Aufstiegserfahrungen

Andreas Geipl (155 Spiele in der 2. Bundesliga, 99 in der 3. Liga und unter anderem 66 in der Regionalliga-Bayern) führt den Chemnitzer FC in der kommenden Saison als Kapitän aufs Feld. Der 34-jährige Neuzugang stieg sowohl mit seinem letzten Arbeitgeber, dem SSV Jahn Regensburg, als auch mit dem 1. FC Heidenheim auf und ist dementsprechend mit Abstand der erfahrenste Akteur. Das Amt des Vize-Kapitäns übernimmt Dennis Slamar (jeweils 117 Spiele in der 3. Liga und Regionalliga-Nordost sowie 84 in der Regionalliga-Nord), welcher vom Zweitliga-Aufsteiger FC Energie Cottbus verpflichtet werden konnte. Neu im zentralen Mittelfeld ist weiterhin David Vogt (21 Spiele in der 3. Liga und 139 in der Regionalliga-Nordost), der von Liga-Konkurrent Greifswalder FC kam. Der 25-Jährige knipste fünffach gegen die SG Adelsberg (14:0).

Neuer Torwart & andere Viererkette

Zwischen den CFC-Pfosten wird in der kommenden Saison David Richter (33 Spiele in der 3. Liga und 75 in Regionalligen) stehen. Bei der Generalprobe gegen die zweite Mannschaft von Greuther Fürth (1:4) kassierte der 27-jährige Neuzugang von Viktoria Köln vier seiner sechs Gegentore. Gegen Colditz war es ein Elfmeter, außerdem überwand den gebürtigen Berliner noch Marin Ljubicic von den "Eisernen" aus Berlin. Die zukünftige Viererkette könnte gänzlich aus Neuzugängen bestehen. Als Linksverteidiger hat Ken Tchouangue (33 Spiele in Regionalligen) eine stabile Vorbereitung gespielt. Der 21-jährige Wirbelwind erzielte gegen die "Vogtland-Auswahl" (4:1) das erste und gegen Fürth II das letzte Tor in dieser.

Wandervogel landet in Chemnitz

Neben Tchouangue wechselte mit Justin Gröger (144 Spiele in Regionalligen) noch ein zweiter Spieler vom Nord-Regionalligisten Bremer SV nach Sachsen. Der 23-jährige Innenverteidiger hat jedoch zwei erfahrene Namen aktuell vor sich. Denn neben Slamar dürfte Jan Löhmannsröben (227 Spiele in der 3. Liga, drei in der 2. Liga und 141 in der Regionalliga-Nordost) gesetzt sein. Für den 35-jährigen "Wandervogel" ist der Chemnitzer FC bereits der 16.w Verein. Gegen Schweinfurt nickte der "robuste Löh", welcher von Liga-Konkurrent Hallescher FC weggelotst werden konnte, nach einem Eckball zum 4:0-Endstand ein.

Ein Pechvogel, zwei Leihspieler & drei Nachwuchstalente

Leider gibt es in der himmelblauen Vorbereitung auch einen Pechvogel - und dieser hört auf den Namen Leonhard von Schroetter (29 Spiele in der 3. Liga und 141 in Regionalligen). Der 27-jährige Rechtsverteidiger verpasste wegen unterschiedlicher Verletzungen einen Großteil der Vorbereitung. Die beiden Innenverteidiger Julius Bochmann (SC Wiedenbrück) und Frederik Kunstmann (VFC Plauen) wiederum wurden verliehen. Aus der U19 sind mit Georg Hempel und Amadeus Zamora - beide zeichneten sich auch als Torschützen in den Testspielen aus - sowie Aaron Mensah in den Profikader nachgerückt. In der Vorbereitung kam weiterhin Heinz Kühnreich aus dem CFC-Nachwuchs zum Einsatz, der ebenfalls treffen konnte. Neben den neun Testspielen hat die Duda-Elf ein Blitzturnier bestritten, in dem sie sich gegen die Oberligisten aus Meuselwitz (0:0) und Plauen (1:0) durchsetzten. Den einzigen Turniertreffer erzielte Tom Baumgart vom Elfmeterpunkt.

Ab dem dritten Spieltag beginnen die "Wochen der Wahrheit"

Die ersten beiden Spiele müssen für die neu zusammengestellte Mannschaft des Chemnitzer FC zu Standortbestimmungen werden. Nach dem Auswärtsspiel gegen die zweite Mannschaft von Hertha BSC kommt es zum Duell mit dem BFC Preussen. Ab dem dritten Spieltag beginnen dann die "Wochen der Wahrheit", die am neunten Spieltag mit dem Heimspiel gegen den SV Babelsberg 03 vorerst enden. Zuvor lauten die Gegner: FSV Zwickau (H), Hallescher FC (A), Erzgebirge Aue (H), 1. FC Lokomotive Leipzig (A), FC Carl-Zeiss Jena (H), VSG Altglienicke (A).

BLICK.de-Tipp: Himmelblauer Angriff auf die Spitzenplätze!

Der Chemnitzer FC hat sich 60 plus X Punkte auf die Fahne geschrieben - und genau daran muss sich das Duda-Team nun messen lassen. Elementar werden der Saisonstart sowie die danach folgenden sechs Spiele gegen Mannschaften sein, die sich definitiv alle unter den ersten acht Plätzen einfinden werden. Sind die Himmelblauen danach noch Teil der Spitzengruppe, dann können diese schlussendlich unter den ersten vier Plätzen landen.


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