Sanierungsstau bei Brücken

Bestandsaufnahme Gesamtkosten liegen bei 33 Millionen Euro

Ein erheblicher Teil der 287 Chemnitzer Brücken ist in einem miserablen Zustand. Für Sanierung oder Neubau fehlt der Stadt das Geld. Der Stadtrat beschloss daher im Juni jährliche Bestandsaufnahmen zu machen, um Prioritäten für die dringendsten Sanierungsmaßnahmen festzulegen. Dass damit der Sanierungsstau zu lösen sei, hielt Tiefbauamtsleiter Bernd Gregorzyk am Mittwoch bei der Vorstellung der Prioritätenliste indes für unwahrscheinlich. Zumal darin unterschieden wird zwischen dem Hauptnetz, wozu neben Bundes-, Staats- und Kreisstraßen die Verkehrswege des öffentlichen Personenverkehrs zählen, und dem Nebennetz. "Fördermittel vom Freistaat bekommen wir bislang nur für das Hauptnetz", so Gregorzyk. In der Vergangenheit mussten daher, wie an der Erzberger Straße, sogar Brücken abgerissen werden. "Die Brücke war akut vom Einsturz bedroht, also mussten wir schnell handeln", erklärt Gregorzyk die Vorgehensweise. Nach den Vorstellungen der Stadt soll es zukünftig wieder eine Verbindung zwischen Limbacher und Paul-Jäckel-Straße geben. Die Fläche an der früheren Bahnstrecke an der Paul-Jäckel-Straße gehört noch der Bahn, soll aber verkauft werden. Die in der Liste aufgeführten Sanierungsmaßnahmen kosten rund 33 Millionen Euro. Bis 2019 sind zehn Millionen im städtischen Haushalt eingeplant. Die übrige Summe muss über Fördermittel realisiert werden. Dabei hofft Chemnitz ebenso wie Dresden und Leipzig, deren Brücken in vergleichbarem Zustand sind, auf Unterstützung vom Freistaat. Ab Januar 2016 soll es eine neue Richtlinie für die Förderbedingungen für kommunale Infrastruktur geben. Geplante Veränderungen betreffen sowohl die Förderhöhe als auch die Fördertatbestände. Künftig sollen städtische Nebenstraßen in die Förderung einbezogen werden.