"Schüler- und Studierendenwerkstatt" der Fakultät für Maschinenbau eröffnet

Bildung Lernraum, Forschungslabor, Ideenschmiede

Theorie und Praxis klaffen an der Uni weit auseinander? Dieses Gerücht hält sich hartnäckig, hat aber angesichts der zahlreichen Praxis-Initiativen kaum mehr Bestand. Und auch der Nachwuchs schnuppert bereits anschaulich ins Studium. Da gibt es beispielsweise das Wunderland Physik oder die Roboschool der Informatiker. Seit dieser Woche steht Schülern und Studierenden auch eine Werkstatt der Fakultät für Maschinenbau zur Verfügung. Bohren, Drehen, Fräsen, Kleben, Löten, Schleifen bis hin zum 3D-Druck - alles ist möglich. Bis Ende des Jahres soll zusätzlich eine Schweißwerkstatt entstehen. Finanziert wurden die insgesamt 25.000 Euro aus Mitteln der Fakultät für Maschinenbau und des Projektes TU4U, das sich für bessere Studienbedingungen einsetzt.

Ziel: Frauenanteil erhöhen

"Schülerinnen und Schüler aus der Chemnitzer Region können zum Beispiel innerhalb von Projekttagen und Praktika technische Objekte anfertigen oder mit akademischer Unterstützung ihre Besondere Lernleistung BeLL anfertigen", freut sich Maria Worf, Leiterin des Projektes TU4U. Mit drei Gymnasien aus Chemnitz, Flöha und Hohenstein-Ernstthal gebe es schon eine erste Kooperation. "Die Klassen werden die Werkstatt im Rahmen des fächerverbindenden Unterrichts besuchen." Maria Worf wünscht sich, dass dadurch künftig auch mehr junge Frauen ihr Faible für die Ingenieurberufe entdecken: "Der Frauenanteil liegt im Maschinenbaustudium derzeit bei zehn Prozent. Mit unserem Angebot wollen wir die Hemmschwelle der Mädels für MINT-Berufe senken." Auch für das Studium an der TU Chemnitz bietet die Werkstatt Vorteile. "Unsere Studierenden werden ihr Wissen aus den Vorlesungen nun auch praktisch anwenden und beispielsweise die von ihnen in einer Lehrveranstaltung konstruierten Vorrichtungen anschließend selbst einmal bauen", sagte Thomas Lampke, Dekan der Fakultät für Maschinenbau.