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Schöner Schein an grauen Wänden

Festival Ibug verwandelt alte Fabrik in ein buntes Gesamtkunstwerk

Wer die Annaberger Straße stadtauswärts entlangfährt, dem fällt in Höhe der Waplerstraße schon das erste große Kunstwerk in die Augen: Meterhohe Skulpturen zieren die alte Fabrik. Um die Ecke geht es weiter - zwischen hohen Bäumen und eingeschlagenen Fenstern rekelt sich ein bläulich-türkisfarbenes Wesen im Reagenzglas an der Mauer entlang. Bunte Graffitikunst an grauen, dem Verfall preisgegebenen Wänden, das ist die Ibug.

Gebäude musste erst gesichert werden

Das Festival der Industriebrachenumgestaltung geht an diesem Wochenende in seine 13. Auflage. Eine Woche lang haben 125 Künstler aus der ganzen Welt - die am weitesten angereisten kommen dabei aus Kanada, Südamerika und Russland - der alten Nadel- und Platinenfabrik des VEB Kombinat Textima mittels Malerei und Grafik, Illustrationen und Installationen, Performances und Musik neues Leben eingehaucht. Seit 1998 steht das Gebäude leer. 20 Jahre in der freien Natur gehen an einem Haus nicht spurlos vorüber und hinterlassen auch Gefahren. Die Sicherungsarbeiten an den alten Fabriken seien für die Ibug-Organisatoren daher einer der wichtigsten Faktoren des Festivals. "Neben der Tauglichkeit für die Künstler muss im Vorfeld alles genau geprüft werden, um kein Risiko einzugehen", so Festivalleiter Thomas Dietze.

Künstlerin war schon mehrmals dabei

Gerade diese morbide Atmosphäre ist es aber auch, die jedes Jahr mehr Künstler zur Ibug zieht. Über 300 Bewerbungen habe es für die alte Nadel- und Platinenfabrik gegeben. Schon mehrmals beim Festival dabei ist zum Beispiel die Künstlerin Helen Ulbrecht alias "Kleinlaut" aus Leipzig, die in einem Raum ein Kunstwerk aus hunderten kleinen Dachblechen kreiert hat. "Die habe ich alle aus anderen Industriebrachen mitgebracht und mit einer Blechschere bearbeitet", erzählt die junge Frau. Ihr Kunstwerk thematisiert den "schönen Schein" und kritisiert die Welt des Überflusses. Geöffnet hat die Ibug heute ab 10 Uhr sowie vom 31. August bis zum 2. September.



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