Schachtische für Flüchtlinge

Hilfspaket Integrationsfonds von enviaM für gemeinsamen Sport

Sie sei öfters in Chemnitz, um zu sehen, was am dringendsten benötigt wird, sagt Petra Köpping, Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration. "Als wir im März Kinderwagen für Familien in der Erstaufnahmeeinrichtung übergaben, wurde nach Schachbrettern gefragt." Unterstützung fand die Ministerin schnell beim Energiedienstleister enviaM. "Anfangs waren wir verwundert, fragten, ob es nichts Dringenderes gäbe", erzählt Vorstandsmitglied Ralf Hiltenkamp, "haben aber Hilfe angeboten." Die Übergabe der Schachtische an die Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) in Chemnitz am Mittwoch stehe symbolisch für ein Hilfspaket, so Hiltenkamp weiter, welches das Unternehmen für Flüchtlinge geschnürt habe. Damit sollen Länder, Kommunen, Vereine und Initiativen bei der Integration von Flüchtlingen unbürokratisch unterstützt werden. So stellt enviaM Mitarbeiter für ehrenamtliche Tätigkeiten in Hilfsorganisationen frei und hat zudem für Vereine einen Integrationsfonds in Höhe von 50.000 Euro aufgelegt, der gemeinsame sportliche Aktivitäten mit Flüchtlingen fördert. "Sport ist eine gute Ablenkung, wenn man wartet und Schach ist neben Fußball überaus beliebt unter den Asylbewerbern", sagt auch Sylvia Gruhle, seit knapp zwei Monaten Leiterin der EAE in Ebersdorf.

Eine ihrer ersten Amtshandlungen war die Beschaffung von Nähmaschinen via Facebook. Seitdem werden Nähkurse abgehalten, ehrenamtliche Lehrerinnen fanden sich dafür schnell. "Wir bieten hier auch Sprachkurse an, die sehr gut ankommen", erzählt Sylvia Gruhle, "besonders die Kinder lernen ganz schnell." In den Räumen der EAE ist Platz für rund 770 Personen. Zudem sind 340 Flüchtlinge in einem Zelt untergebracht, das jetzt mit festem Fußboden sowie doppelter Außenhülle und Heizung winterfest gemacht wurde.