Schienenersatzverkehr: "Weder zeitgemäß noch kundenfreundlich"

Verkehr 450 Meter zwischen Bahnsteig und Haltestelle - Umstieg ist "kaum zu schaffen"

Mit einem gemeinsamen Schreiben appellierten die beiden Chemnitzer Bundestagsabgeordneten Detlef Müller und Frank Heinrich diese Woche an den Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS). Grund: Der Schienenersatzverkehr, der ab Samstag auf der Strecke Chemnitz-Leipzig zwischen Hauptbahnhof und Küchwald verkehren soll, sei weder zeitgemäß noch kundenfreundlich.

"Die Entfernung zwischen dem Bahnsteig Chemnitz-Küchwald und der Haltstelle Ersatzverkehr beträgt rund 450 Meter. Dies entspricht einem Fußweg von etwa 6 bis 10 Minuten. Die Züge in Richtung Leipzig starten planmäßig 10 Minuten nach Ankunft des Busses. Für Reisende mit Gepäck, Kinderwagen, kleinen Kindern oder auch für ältere Menschen ist dies kaum zu schaffen und deshalb nicht akzeptabel", kritisieren Frank Heinrich und Detlef Müller.

Alternative: Schienenersatzverkehr bis Burgstädt

Der angebotene Kleinbus, samt Extra-Fahrplan gilt zudem nur für Rollstuhlfahrer. "Dieses Angebot muss dringend ausgebaut werden und sollte ebenfalls mindestens für die genannten Personengruppen gelten. Für Reisende, die dem Schienenersatzverkehr aus dem Weg gehen möchten und ab Chemnitz-Küchwald starten wollen, gibt es keinerlei Parkmöglichkeiten. Es ist also davon auszugehen, dass es mit Beginn des Schienenersatzverkehres vermehrt zu Beschwerden kommen wird", blicken sie voraus.

Ihr Vorschlag: Im Sinne der Fahrgäste ließe sich Schienenersatzverkehr bis Burgstädt einrichten. Dort sind die Wege deutlich kürzer, weitere Parkmöglichkeiten sind vorhanden und der Bahnhof bietet genügend Platz, um den zusätzlich zu erwartenden Verkehr aufzunehmen.